Begünstigung von KHV Ausbrüchen durch Temperaturschwankungen

Ausbruch der KHV bei Temperaturschwankungen

Die unterschiedliche Betroffenheit von offensichtlich durchseuchten Karpfenbeständen durch die KHV lässt darauf schließen, dass es sich hierbei um eine Krankheit handelt, die v.a. bei geschwächten Fischen zum Ausbruch kommt. Eine Schwächung der Fische kann u.a. auch durch ungeeignete Temperaturen hervorgerufen werden. Das wurde in einer japanischen Laborstudie untersucht.

Dabei wurde der Einfluß der im Frühjahr in Karpfenteichen häufig auftretenden täglichen Temperaturschwankungen auf den Krankheitsausbruch bei Karpfen (Cyprinus carpio) untersucht, die mit dem Herpesvirus CyHV-3 infiziert waren. Geprüft wurden eine Variante, bei der die Wassertemperatur im Tagesverlauf um 3 K um eine Mitteltemperatur von 22 °C schwankte (1) sowie zwei Varianten mit konstanter Temperatur von 22 (2) bzw. 25 °C (3). Der Effekt dieser drei Versuchsanstellungen wurde anhand der Cortisolausscheidung der Fische ins Wasser, der Konzentration der Virus-DNA sowie der Überlebensrate bewertet. Die geringsten Überlebensraten wurden in der Variante 1 festgestellt. Gleichzeitig waren hier die Konzentrationen an Virus-DNA und Cortisol am höchsten. Damit wurde der direkte Beweis dafür erbracht, dass Temperaturschwankungen im Tagesverlauf die Karpfen stressen und sie empfindlicher gegen KHV machen.

TAKAHARA, T. et al. (2014): Effects of daily temperature fluctuation on the survival of carp infected with Cyprinid herpesvirus 3. Aquaculture 433: 208-213.

Diese Untersuchung lässt auch den Schluss zu, dass die Temperaturschwankungen auch gesunde Karpfen und damit gesunde Koi gleichfalls schwächen. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, handelt es sich bei Koi ja um hochempfindliche Rassetiere, die noch deutlich höhere Ansprüche an ihre Haltungsumgebung haben, als Karpfen. Aus der Untersuchung resultiert deshalb für den Koihalter, hohe tägliche Temperaturschwankungen weitestgehend zu vermeiden.

Robert Jungnischke

 

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