Koitalk Koi Auktionen

Koi Auktionen

Dieser Beitrag wurde durch einen Besucher meines Podcast initiiert, der über eine Auktion einen Fisch gekauft hat, laut Anbieter mit 65 cm, als der Fisch ankam war er nur 56 cm…

Koi Auktionen scheinen der Renner zu sein, egal wo man hinschaut, jeder Händler macht eine Auktion.

Ich sehe diese Entwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ja der Vorteil für den Kunden sind fallende Preise für die Koi und ja manchmal macht man vielleicht ein Schnäppchen.

Sehen wir die Sache jedoch realistisch, so kann sich kein Auktionator auf Dauer erlauben, Fische unterhalb des Einkaufspreises abzugeben. Was folgt daraus?

Fangen wir einen Schritt vorher an. Die Koipreise, selbst der Koi aus Japan sind stark gesunken, die Qualität ist jedoch deutlich besser geworden. Das hört sich gut an.

ABER leider sind die Preise soweit unten, dass es für einen Händler auf dem deutschen Markt schwer ist, Preise zu erzielen, die auskömmlich sind. Bedenkt man alleine das KHV Risiko für den Händler, so werden die meisten Koi zu billig verkauft.

Nun zu den Auktionen. 

Jeder, der schon mal bei Ebay was ersteigert hat, kennt den Mechanismus einer Auktion. Wenn man sich mal entschieden hat, mitzubieten, ist es meist schwer, wieder aufzuhören. 

Hier prallen zwei Hoffnungen aufeinander – die Hoffnung des Bieters ein Schnäppchen zu machen und die Hoffnung des Verkäufers – das die Bieter sich gegenseitig hochtreiben.

Soweit so gut, bei Ebay ist es jedoch deutlich einfacher, weil ich dort in der Regel mit objektiv bewertbaren und vergleichbaren Produkten zu tun habe, das sind Koi NICHT.

Einfach ist es solange, wie ich einen Koi kaufe, den ich in einer Wanne selber beim Händler schwimmen sehe, dann sehe ich was ich kaufe.

Sehe ich hingegen ein Foto oder mehrere Fotos, so kann ich schon nicht mehr sicher sein, ob diese nicht bearbeitet sind. 

Auch fehlt mir in der Regel der Größenmaßstab. Auf den Auktionsbildern sind die Koi mehrheitlich nicht in einer Messwanne fotografiert.

Und dann erst die Fischbeschreibung. Hier wird mit Züchternamen, Alter, Geschlecht und Aussagen zur Qualität (Tategoi, Tateshita usw..) hantiert, dass es kein halten mehr gibt.

Alles Faktoren, die den Fischwert in die Höhe treiben – wenn, ja wenn sie den stimmen.

Ich kann nicht überprüfen, wer da die Wahrheit sagt und wer nicht, aber eines da bin ich mir sicher, niemand kann sich auf Dauer leisten, seine Koi unter dem Einkaufspreis zu verkaufen – oder seht ihr das anders?

Nachfolgend mal die Frachtraten (sind vermutlich nicht mehr ganz aktuell, aber sicherlich auch nicht ganz falsch) Den Yen Kurs findet ihr im Netz z.B. bei Oanda

20 cm 30 pcs 20000 yen

30 cm 10 pcs 22000

40 cm 6 pcs         25000

50cm     2-3 pcs 28000

60 cm    1 pcs 28000-30000

70 cm 1 pcs 35-40000

80 cm 1pcs 40000-80000

So damit habt ihr schon mal die Transportkosten aus Japan, damit könnt ihr dann rechnen, was zum Einkaufspreis des Koi noch an Transportkosten dazu kommt, plus Haltungskosten beim Händler, Plus Kosten für Risiko, für Futter, für Quarantäne, plus den Gewinn, der er machen muss, damit er morgen auch noch Fische verkaufen kann.

Noch einmal gesagt, wenn ihr einen Fisch seht, er euch gefällt und ihr dann den Preis zahlt, den er euch Wert ist, dann ist dagegen nichts zu sagen. 

Problematisch wird es bei dem 60 cm großen, einjährigen weiblichen Tategoi von Dainichi der in Wirklichkeit ein 5 Jahre alter männlicher Kohaku ohne Wachstumspotential von einem unbekannten Züchter ist…

Zugegeben ein Extrembeispiel – aber alles schon erlebt.

Wie geht man nun damit um?

Meiner Meinung nach ist es nach wie vor am besten, nur bei einem Händler zu kaufen. Dann kann ich auch am besten ein Gefühl dafür bekommen, wie der tickt.

Ich minimiere mein Risiko und auch das des Händlers, was er mir dann hoffentlich auch honoriert.

Am besten, ich suche meine Fische persönlich aus, dann sehe ich genau was ich kaufe und erhalte nicht einen mit Photoshop optimierten Koi.

Wenn ich denn schon bei Auktionen kaufen möchte um den Preisvorteil zu nutzen, dann sollte ich mich zumindest darüber informieren, wie es dem Anbieter möglich ist, mit den erzielten Preisen auskömmlich zu leben. Es gibt da Modelle, aber dass kann nicht jeder Händler leisten.

Seid euch im klaren, niemand kann sich auf Dauer leisten, bei Koi Auktionen etwas zu verschenken!

Abschließen mein altbekannter Hinweis zu KHV und CEV. Es gibt heute keinen Test, der die Freiheit eines Koi von KHV und CEV sicher dokumentieren kann. Wenn ein Händler dies behauptet, dann sagt er die Unwahrheit. Sollte man dann dort kaufen?

Der Händler kann und sollte seine Fische testen lassen, wenn er das mehrfach gemacht hat und der Probenumfang statistisch gesehen groß genug war, dann kann er nicht mehr tun – KHV und CEV gehören dann zu dem Risiko, welches ein Koihalter bewusst eingeht, wenn er Fische kauft.

Abschließend ein Hinweis: Wenn ihr einen Fisch über Fotos und eine Beschreibung kauft, dann kopiert diese auf euren Rechner, damit ihr im Nachhinein einen Nachweis habt, wenn es darum geht, ob der gelieferte Fisch die Eigenschaften hat, die er haben sollte.