Koitalk Keimrate im Koiteich

hohe Keimrate im Koiteich – Desinfektion von Teichen


 

Grundlagen:

„Der Lebensraum Wasser wird durch eine Vielzahl physikalischer, chemischer und biologischer Faktoren bestimmt. Eine Veränderung dieser Parameter hat immer einen Einfluss auf die Bewohner des Lebensraumes. In Fischteichen können die Ursachen hierfür z.B. ungünstige Umweltbedingungen, minderwertiges Futter, falsche Fütterung, zu dichter Besatz, unpassende Kombination verschiedener Fischarten und vor allem eine schlechte Wasserqualität sein. Biologisch spiegelt sich dies in hohen Keimzahlen und dem vermehrten Auftreten von krankheitsverursachenden Mikroorganismen wieder, die auf Dauer zu einer Beeinträchtigung des Gesundheitszustandes der Fische führen.

Der Teich ist ein lebendes biologisches System, indem sich deshalb auch Bakterien befinden können und auch befinden sollen. Ein Steriles System ist nicht anzustreben, da damit den Fischen ein Teil ihrer natürlichen Umwelt genommen würde. Auch würde damit das Immunsystem der Fische nicht ausreichend trainiert, was auch nicht anzustreben ist. Dann könnte jeder neue Fisch zur Katastrophe führen.

Doch bevor wir auf die Möglichkeiten der Desinfektion eingehen, sollten wir die Keimrate zunächst einmal kennen.

Hier bieten viele Labore die Möglichkeit das Teichwasser auf schädliche Keime testen zu lassen. Konkret lasse ich mein Wasser regelmäßig von Tauros Diagnostik in Bielefeld testen. Getestet wird auf Aeromonaden, Pseudomonaden und Fäkalkeime.

Die bakteriologische Wasseranalyse gibt den Zustand des Teiches zum Zeitpunkt der Probenentnahme wieder. So erlaubt das Ergebnis einen Rückschluss ob die Teichwasserhygiene derzeit in Ordnung ist. Das Ergebnis lässt auch eine Aussage zu, ob die Filtertechnik richtig arbeitet oder ob hier Handlungsbedarf besteht. Auch erlauben regelmäßig durchgeführte Wasseranalysen  Langzeitaussagen in welche Richtung sich das System entwickelt. Sich verändernde Umweltbedingungen, die eine Verschiebung des biologischen Gleichgewichtes zur Folge haben, können so leichter erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Was wird nun genau untersucht?

  1. a) Koloniezahl:

Mit der Bestimmung der Koloniezahl werden die vermehrungsfähigen Keime nachgewiesen, die sich aus der zu untersuchenden Wasserprobe im sogenannten Plattengussverfahren bei einer festgelegten Bebrütungstemperatur innerhalb eines bestimmten Zeitraumes unter aeroben Bedingungen entwickeln.

Die Koloniezahl wird als Indikator für die organische Gewässerbelastung verwendet. Entsprechend dem Gehalt an organischen, bakteriell abbaubaren Substanzen steigt die Koloniezahl der saprophytischen Keime. Die Koloniezahl steht daher in direkter Beziehung zur Gewässergüte.

  1. b) Enterobakterien:

Die große Gruppe der Enterobakterien ist Teil der natürlichen Darmflora, die von Fischen ins Wasser ausgeschieden werden. Viele Mitglieder dieser großen Bakteriengruppe sind medizinisch von großer Bedeutung, da sie unterschiedlichste Krankheiten auslösen oder übertragen können. Bei immungeschwächten Tieren können sonst „harmlose“ Enterobakterien sogenannte opportunistische Infektionen auslösen, andere sind wiederum höchst aggressiv und lösen innere Krankheiten aus, die zum Tod des Wirtsorganismus führen.

  1. c) Aeromonaden / Pseudomonaden:

Aeromonaden und Pseudomonaden sind natürlich vorkommende Umweltkeime, die in geringen Mengen stets in allen Binnengewässern vorhanden sind. Hohe Temperaturen mit gleichzeitig hohem Nährstoffangebot begünstigen die explosionsartige Vermehrung der Bakterien. Eine Massenentwicklung führt zu vermehrt auftretenden Wundinfektionen, da sich der Infektionsdruck im Wasser erhöht. Fleckenartige Hautrötungen, Ablösung der Schuppen und schwere Entzündungen sind die Folge.“

Quelle: Tauros Diagnostik

Befund der bakteriologischen Wasseranalyse.

Achtung! Die Wasserprobe wird mit der Post zu der prüfenden Stelle geschickt, deshalb ist es nach meiner Einschätzung denkbar, dass die Werte die das Labor ermittelt, andere sind, als die im Teich. Ideal ist deshalb, die Probe zu ziehen, sie zu kühlen und selbst ins Labor zu bringen. Dies aber bitte nur nach vorheriger Abstimmung, damit die Probe auch sofort bearbeitet werden kann. 

Für die Wasserprobe nimmt man eine Glaswasserflasche, spült diese mehrfach mit Teichwasser aus und füllt sie das bis zum Rand auf. Anschließend wird sie unter Wasser verschlossen.

Beurteilung des Befundes:

Steht dann unter Einstufung in der rechten Spalte gering belastet, so ist Entwarnung angesagt. Man muss nichts machen. Steht jedoch deutlich belastet oder sogar kritisch, dann sollte man überlegen woher diese Belastung kommt und wie man Abhilfe schaffen kann.

Die untersuchten Keime lieben alle das anearobe (sauerstoffarme) Millieu um sich zu vermehren und zu entwickeln. Folglich muss im Teich eine solche Zone sein. Alternativ kann auch einfach die organische Belastung des Wassers bedingt durch zu hohen Fischbesatz der Grund für die schlechten Werte sein.

Jedenfalls ist mit diesem Ergebnis in der Hand eine Entscheidung möglich, ob direkt in absehbarer zeit oder gar keine Maßnahmen zur Keimreduktion nötig sind.

Natürlich sollte der erste Weg immer der sein, die Ursache für die hohe Keimrate zu finden und erst der zweite Schritt, die Keimrate auf künstlichem Weg zu reduzieren.

Eine Ursache für die zu hohe Keimrate:

  • ein verschlammter Biologischer Filter 
  • zugewucherte Pflanzbeete
  • Rohre in denen sich der Dreck angesammelt hat
  • eine unzureichende Sauerstoffversorgung
  • ein hoher Fischbesatz
  • zu große Futtermenge
  • schlechtes Futter
  • zu wenig Wasserwechsel
  • falsche Umwälzrate
  • ungenügende mechanische Reinigung
  • und einiges mehr.

Neben dem Abstellen der Ursachen, sollten die Möglichkeiten, die Keimrate technisch zu reduzieren, genutzt werden

Reduktion der Keimrate

Dazu gibt es mehrere Methoden:

  1. Chemische Mittel
  2. UV-C Anlagen installieren oder aufrüsten
  3. Probiothika
  4. Ozonanlagen

Chemische Mittel:

Wovasteril E400, Virkon Aquatik und ähnliche Mittel sind sehr gut geeignet, die Keimrate bei akuten Problemen erst einmal in den Griff zu bekommen. Das langfristige Ziel muss es aber sein und bleiben, ohne diese Helferlein auszukommen.

Technische Möglichkeiten

UV-C Anlagen zur Reduzierung der Keimrate im Koiteich:

  1. Grundlagen

Die Wirkung von UV-Strahlen auf Mikroorganismen beruht auf photochemischen Reaktionen im Zellkern. Im Zellkern wird die Erbinformation der Zelle als Desoxyribonukleinsäure (DNA) in zwei komplementären Strängen repräsentiert. Die Erbinformation ist die genau festgelegte Reihenfolge der vier Nucleotidbasen Adenin (A), Thymin (T), Guanin(G), und Cytosin(C), den Bausteinen der DNA. Diese Basen binden sich in einem DNA-Strang sehr fest aneinander und bilden schwache Bindungen zu den Basen des komplementären Strangs, nämlich zwischen A und T einerseits und zwischen G und C andererseits.
 

Wenn UV-Strahlung bestimmter Wellenlänge in den Zellkern eindringt, können an den Basen photochemische Reaktionen stattfinden. Am häufigsten findet die photochemische Dimerbildung aus zwei benachbarten Thyminbasen statt. Dabei wird unter Absorption eines UV-Strahlungsquant aus den beiden Thyminbasen eine ringförmige, dem Cyclobutan ähnliche Verbindung gebildet. Mikroorganismen mit derartig durch UV-Strahlen geschädigtem Zellkern leben normalerweise weiter, haben jedoch ihre Zellteilungsfähigkeit und damit ihre Vermehrungsfähigkeit verloren. Denn durch die photochemische Umwandlung benachbarter Thyminbasen in Verbindungen eines anderen Typs ist Erbinformation verloren gegangen. Darüber hinaus sind an bestimmten Stellen der DNA Zeichen eingefügt worden, die dem genetischen Code der Natur fremd sind. Im Zuge der Zellteilung wird für die Tochterzelle die auf der DNA gespeicherte genetische Information der Mutterzelle auf eine neugebildete Tochter-DNA kopiert. Werden bei diesem Kopiervorgang Fremdverbindungen in der Mutter-DNA festgestellt, bricht der Kopiervorgang ab. Damit hat die Zelle ihre Teilungsfähigkeit verloren.

Um die beschriebenen photochemischen Reaktionen zu bewirken, muß die UV-Strahlung eine bestimmte Quantenenergie, also Wellenlänge, besitzen. Die UV-Strahlung ist fast ausschließlich im Bereich des UV – C, nämlich der Wellenlängen zwischen 200 nm bis 280 nm, mit einem ausgeprägten Maximum zwischen 260 nm und 270 nm mikrobizid wirksam. Die Wirkung einer Bestrahlung von Mikroorganismen mit UV-Strahlung wird als „Überlebensrate“, nämlich der Anteil einer Ausgangspopulation, der nach Bestrahlung noch vermehrungsfähig ist, definiert. Ob die UV-Strahlung bei einem einzelnen Mikroorganismus die gewünschte Wirkung erzielt, hängt von der Trefferzahl, nämlich der Anzahl der UV-induzierten Schädigungen der DNA ab. Diese richtet sich nach der Empfindlichkeit des Mikroorganismus gegenüber UV-Strahlung und der pro Flächeneinheit eingestrahlten Strahlungsenergie, auch Dosis genannt, ausgedruckt in J/m2. Die Empfindlichkeit von Mikroorganismen gegenüber UV-Strahlung kann sehr unterschiedlich sein. Sie hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Häufigkeit UV-empfindlicher Basensequenzen in der DNA
  • Vorhandensein und Stärke zellulärer Mechanismen zur Reparatur UV-induzierter Schäden
  • UV-Durchlässigkeit äußerer Zellmembranen

Die Dosisanforderung für die Trinkwasserdesinfektion variiert zwischen 250 J/m2 und 400 J/m2. Für andere Anwendungen gelten je nach Mikroorganismus und Anforderungen teilweise erheblich höhere Richtwerte.

  1. Einsatz der UV-Bestrahlung zur Wasserbehandlung für Zier- und Fischzuchtteiche

Durch UV-Bestrahlung von Wasser kann bei richtiger Auslegung grundsätzlich die Einhaltung der mikrobiologischen Anforderungen der Trinkwasserverordnung gewährleistet werden, sofern das Wasser eine hinreichende UV-Durchlässigkeit ( Ausgedrückt als Transmission in %/cm bei der Wellenlänge von 254 nm ) und weitgehende Partikelfreiheit aufweist. Dies gilt auch für Wasser in Fischzuchtteichen. In dieser Anwendung ist die Einrichtung eines Reinigungskreislaufs wie folgt erforderlich:

  • Abscheidung grober Verunreinigungen
  • Abscheidung von Trübstoffen
  • UV-Bestrahlung

Durch geeignete Auslegung der Voraufbereitung ist eine Transmission nach der Abscheidung der Trübstoffe  von 90 bis 98 %/cm sowie eine weitgehende Partikelfreiheit zu erzielen. Ein Wasser derartiger Beschaffenheit ist sehr gut für eine UV-Behandlung geeignet. Unter diesen Bedingungen kann die mikrobiologische Beschaffenheit des Wassers nach UV-Bestrahlung gemäß Trinkwasserverordnung gewährleistet werden. Die mikrobiologische Beschaffenheit des Beckeninhaltes eines Zier- oder Fischzuchtteiches hängt darüber hinaus noch von folgenden Parametern ab:

  • Beckeninhalt
  • Besatz mit Fischen nach Anzahl und Größe
  • Bepflanzung des Beckens
  • Nährstoffeintrag aus der Umgebung
  • Umwälzrate

In Regel werden an den Beckeninhalt mikrobiologische Anforderungen gemäß EG-Badewasserverordnung gestellt. Die Umwälzung des Beckeninhaltes ist auf die Belastung nach Maßgabe der obengenannten Parameter abzustimmen. Bei hoher mikrobiologischer Belastung ist eine erhöhte Umwälzrate zu wählen.

Zur Inaktivierung der mikrobiologischen Belastung ist zu beachten, daß nicht die UV-Lampenleistung entscheidend ist, sondern die installierte UV-Dosis in J/m2, die die jeweilige Durchflußleistung und Transmission des Wassers berücksichtigt. Diese sollte bei einer Transmission von 90 %/cm mindestens 700 J/m2 betragen.

  1. Nach diesem Theoretischen Teil ist man zumindest dahingehend schlauer, das die Wirkung einer UV Lampe von vielen Faktoren abhängt.
  • Wasserdurchsatz
  • Wassertemperatur
  • Strömungsgeschwindigkeit
  • Wasserverschmutzung mit Schwebstoffen
  • Abstand des Wassers zur UV Quelle
  • Alter der Lampe
  • Leistung der Lampe
  • Technik der Lampe bzw. der Strahlungserzeugung

Der Handel bietet hier eine nur schwer zu überschauende Menge an unterschiedlichen Lampensystemen, an die sich dazu preislich noch erheblich unterscheiden. Es gibt Bezeichnungen wie Hochfrequenz UV-C, Niederdruck-, und Hochdruck-UV-C.
Doch was ist was und was brauchen wir im Koi Teich um eine Entkeimung und Schwebealgenvlgenvernichtung zu erreichen!

Hochfrequenz UV-C, bezeichnet keine Lampenart sondern bezieht sich auf die Ansteuerung der Röhre. Hier handelt es sich um ein anderes Netzteil welches die Röhre schonender ansteuert, bei ansonsten gleicher Strahlungsintensität. Daraus resultiert eine etwas erhöhte Lebensdauer der Röhre. Das Entkeimungsergebnis ist das gleiche wie bei einer konventionell angesteuerten Röhre.

Hochdrucklampen. Quecksilberdampf-Hochdruckbrenner haben zwar einen nennenswerten Anteil an kurzwelligem UV (Wirkungsgrad ca. 10-15%), jedoch strahlen sie vielmehr mittel-, oder langwelliges UV sowie sichtbare Strahlung ab. Ihre Ausbeute ist somit für die Bakterientötung nicht optimal. Möchte man dort ein gutes Ergebnis erzielen so werden große Leistungen benötigt.

Niederdrucklampen. Anders ist es bei der Quecksilber-Niederdruckentladung. Als Primärstrahlung entsteht fast ausschließlich eine Spektrallinie bei 254 nm, d.h. praktisch im Maximum der Bakterientötung. Wirkungsgrad ca. 30 %. Durch ein geeignetes Kolbenglas muß nur dafür gesorgt werden, dass die Strahlung möglichst ohne Schwächung nach Außen tritt.

Die Firma Philips hat als einzige ein Patent darauf ein Glas herzustellen, welches diese Strahlung durchlässt. Die Philips TUV-Lampen aus klarem Spezialglas entsprechen in ihren geometrischen und elektrischen Werten den bekannten Leuchtstofflampen und werden genau wie diese an einer Drosselspule betrieben und mit Starter gezündet. Seit Anfang 1989 sind diese Lampen mit einer speziellen Innenbeschichtung versehen, die das Einlagern von Stoffen der Lampenfüllung in das Lampenglas verhindert (sozusagen das Blind werden von Innen) Damit erreicht man eine außergewöhnlich hohe Lebensdauer von teilweise über 8000 h bei geringem Strahlungsrückfall.

Wie bei allen Entladungslampen besteht auch bei TUV-Lampen ein Zusammenhang zwischen Temperatur und UV Ausbeute. Die HG-Niederdruck-Resonanzlinie 253,7 nm wird dann am stärksten erzeugt, wenn der richtige Dampfdruck im Entladungsrohr herrscht. Dieser Druck richtet sich praktisch nur nach der Temperatur und stellt sich bei einer Umgebungstemperatur von ca. 20°C optimal ein. In einem offenen System beträgt dann die Kolbentemperatur etwa 40 °C. Der Dampfdruck richtet sich immer entsprechend einem physikalischen Gesetz, nach der kühlsten Stelle der Lampe (und sei diese noch so klein). Zu hohe oder zu niedrige Temperaturführen insoweit zu Dampfdruckänderungen und daher zu niedrigeren UV-Ausbeuten.

Das Fazit daraus ist, das Sie vor dem Kauf einer UV Lampe zunächst danach sehen sollten, welche Röhre darin ist. Handelt es sich um eine Niederdruck oder eine Hochdruckröhre. Um das gleiche Strahlungs-, und damit Entkeimungsergebnis zu erzielen, benötigen sie bei einer Niederdruckröhre z.B. elektrische Leistung 55 Watt, davon 30 % Strahlungsleistung entsprechen 16,5 Watt. Bei einer Hochdruckröhre brauchen sie für 16,5 Watt Strahlungsleistung sage und schreibe 110 Watt elektrischer Leistung, die wie oben beschrieben damit viel zu teuer erkauft ist.
Eine Hochfrequensangesteuerte UV-C Lampe hält länger weil der Startprozess schonender. Eine UV-Lampe läuft 24 h am Tag und damit ist der Vorteil des schonenderen Startens nicht maßgeblich. Wichtig ist, dass die Röhren nach 8000 Betriebsstunden ausgewechselt werden. Also ist die Auswahl der Lampenleistung bezogen auf die Teichgröße und das gewünschte Ergebnis der einzige Faktor nach welchem die Röhre ausgesucht werden sollte. Niederdruckröhren gibt es in vielen verschiedenen Größen.

Als Faustregel kann man sagen, dass ein Teich von 50m³ eine 100 Watt UV Lampe benötigt, ein 100m³ Teich 200 Watt. Viel wichtiger ist, die oben genannten Maßnahmen einzuhalten, damit die Lampe ihre Wirkung auch entfalten kann.

Der große Vorteil der Verwendung von UV-C Lampen liegt daran, dass man nichts verkehrt machen kann. Egal wie klein oder groß die installierte Leistung ist, es wirkt nicht direkt schädigend auf die Koi (höchstens indirekt über die Keimrate). Somit ist die Verwendung auch für Nichtfachleute ein Kinderspiel.

Probiothika zur Keimreduzierung der Keimrate im Koiteich:

Probiotische Bakterien gehören auch in der Aquakultur zur den hoffnungsvollsten Alternativen für Antibiotika Es gibt auch schon erste Erkenntnisse über die Wirkungsweise bei Fischen.

Ein Probiotikum ist eine Präparation aus lebensfähigen Mikroorganismen, die, in ausreichenden Mengen konsumiert, einen gesundheitsfördernden Einfluss auf den Wirt hat. Am längsten angewendet werden probiotische Milchsäurebakterien, aber auch Hefen und andere Spezies sind in Gebrauch. Probiotika können als Zugabe in Lebensmitteln oder in Form von Arzneimitteln dargereicht werden. Abgegrenzt werden Probiotika von den Präbiotika, die eine positive Wirkung (Wachstumsanregung) auf bereits sich im Darm befindende Mikroorganismen haben, und den Synbiotika, einer Kombinationen aus beidem. Den ältesten Hinweis auf eine positive Gesundheitswirkung liefert die Bibel. Das hohe Alter von Abraham wird auf seinen Verzehr von sauer vergorener Milch zurückgeführt, diese enthält bekanntlich Milchsäurebakterien.

Auf diesem Gebiet be­steht aber noch erheblicher Forschungs­bedarf. An Doraden (Sparus auratus) wurde untersucht, wie verschiedene Laktobazillen der Gattungen Lactobaeillus, Bifidobakteri.um und Enterococcus auf den Schleimhäuten der Fische siedeln, und welche Wirkungen sie hier entfalten.

Die 7 getesteten Stämme unterscheiden sich stark in ihrer Adhäsionskapazizät an den Schleimhäuten. Besonders herausra­gende Eigenschaften hatten L. rhamnosus ATCC 53103 sowie B; lactis Bbl2. Beson­ders schlecht schnitt L. casei Shirota ab. Die Adhäsion war im Allgemeinen auf der Darmschleimhaut am stärksten und auf die Kiemen am geringsten ausgeprägt.

Diese „Besetzung“ der Schleimhäute hat zur Folge, dass pathogene Keime durch verschiedenartige Konkurrenzeffekte da­von abgehalten werden, diese anzugreifen. Tatsächlich erwiesen sich die beiden o.g. besonders adhäsiven Kulturen als geeignet, Infektionen durch Vibrio anguillarum zur mildern bzw. zu verhindern. Das ließ sich durch die signifikant redu­zierte Dichte an pathogenen Keimen auf der Darm- und Kiemenschleimhaut sowie auf der Körperoberfläche messen.

Die Wirkungsmechanismen weichen offenbar etwas von den Mechanismen ab, die der Wirkung von probiotischen Kulturen beim Menschen zugrunde liegen (v.a. Co-Aggregation). In der vorliegenden Studie waren die Besetzung der Schleimhautflä­chen, Konkurrenz und Verdrängung die wichtigsten Wirkprinzipien. Aber auch die Ausscheidung bakterizider Stoffe wie Milch- und Essigsäure spielten eine Rolle,

Quelle: CHABRILLÖN, M. et al. (20061: Adhesion of lactic arid bacteria to mucus of farmed gilthead sea-bream, and mteractions with fish pathogenic microorganisms. Bull. Eur. Ass. Fish Pathol. 26(5): 202 – 210.

Probiotika für Fische

Für die Aquakultur wird schon sehr lange an Probiotika geforscht, denn der Vorteil liegt auf der Hand. Die Verwendung von Antibiotika wird zunehmend geächtet und ist nachteilig für den Verkauf der Produkte. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Produkten die auch nachweislich in der Aquakultur funktionieren. Man unterscheidet dabei zwischen Probiotika die über die Aufnahme direkt auf die Gesundheit der Fische wirken und solche die ins Wasser gegeben werden um das Wassermillieu zu verbessern.

Bei in der Aquakultur gezüchteten Fischen wie Lachsen, Regenbogenforellen, Steinbutt, Kabeljau und Brassen werden Probiotika eingesetzt, um gegen Infektionskrankheiten vorzubeugen und auch die Situation des Millieus deutlich zu verbessern. Ähnlich sind die Verhältnisse in einem gut besetzten Koteich. Ein Mililiter Wasser enhält über 1 Mio. Mikroorganismen, unter denen sich auch viele potentiell gefährliche Keime befinden können. Technisch ist es unter Berücksichtigung der Kosten bestenfalls möglich, die Keimzahl zu reduzieren. Auch nur annähnernd keimfreies Wasser kann nicht hergestellt werden und technische Eingriffe in die Mikroflora des Wassers führen außerdem oft zur Entgleisung des Gleichgewichtes der Arten zugunsten pathogener Formen.

Der bessere Weg ist es, die Arten zu fördern, die als Gegenspieler der pathogenen Keime wirken.

Für den Koiteich gibt es im wesentlichen zwei verschiedene Probiotika, solche die über das Futter zugegeben werden um als Nutzen das Immunsystem der Koi zu stärken und solche die ins Wasser gegeben werden um das Wassermillieu zu verbessern, also die Keimrate zu senken.

 

Fazit, die Verbesserung der Wasserqualität mittels Probiotika funktioniert. Auch hier ist wieder der Vorteil, dass die Anwendung auch für den Nichtfachmann einfach möglich ist, ein Fehler in der Handhabung hat keinen nachteiligen Auswirkungen auf die Koi.

Nachsatz: Auch hier gilt jedoch, besser als der Einsatz von Probiotika ist es, die Ursache für die hohe Keimrate zu finden und zu beseitigen.

Ozon zur Reduzierung der Keimrate im Koiteich:

Erstmals wurde Ozon am 13. 3. 1839 vom Basler Chemieprofessor Christian Schönbein als eigenständiger Stoff beschrieben. Er hatte beobachtet, wie sich bei der Elektrolyse von Wasser an der Platin Elektrode neben Sauerstoff ein weiterer, stechend riechender Stoff bildete. 1863 vermutete Soret, dass es sich bei Ozon um eine O-O-O Verbindung handelte, und bereits 1857 baute Werner von Siemens die erste technische Apparatur zur Erzeugung von Ozon.
Ozon kommt natürlicherweise sowohl bodennah als auch in großen Höhen vor. In der Stratosphäre (25 bis 30 Kilometer über der Erdoberfläche) befinden sich etwa 90 Prozent des Ozons. In 30 Kilometern Höhe erreicht es die maximale Konzentration von zehn ppm (parts per million) und absorbiert die schädlichen, kurzwelligen UV-Anteile der Sonnenstrahlen.

Die zwei Methoden, Ozonmoleküle technisch zu erzeugen:

Aufgrund seiner Instabilität kann Ozon nicht über längere Zeit gelagert oder wie andere industriell verwendete Gase in Druckflaschen gekauft werden.

1.    Durch ultraviolette (UV) Bestrahlung von Luftsauerstoff können kleinere Mengen von Ozon produziert werden, die besonders bei der Desinfektion von Wasser, der Oxidation von organischem Material im Wasser und bei der Beseitigung von „schlechter Luft“  zur Anwendung kommen.

2.    Ozon- Generator: Bei der stillen, elektrischen Entladung von Hochspannung auf Sauerstoff, sind deutlich höhere Konzentrationen von Ozon möglich. Damit eröffnet sich eine weite Palette von Anwendungsbereichen. Für die Herstellung von Ozon werden heute hohe technische Qualitätsanforderungen gestellt. Der Gesetzgeber hat für die Herstellung von Ozonanlagen und Produktion von OZON die  DIN 19627  vorgegeben. Um ein qualitativ, sauberes OZON, ohne Nebenprodukte, zu erzeugen, ist die Aufbereitung der Luft/ des Sauerstoffs von großer Wichtigkeit. Dies geschieht in der Regel durch die Vorschaltung geeigneter Lufttrockner und Sauerstoffseparatoren, die scharf getrocknete  Luft zur Verfügung stellen können.
Wird eine Ozonproduktion, ohne diese Lufttrocknungs-Vorrichtung vorgenommen, so führt dies immer zu Salpeterbildung und damit zur Zerstörung der Ozonanlage.
Da diese Lufttrocknungs Anlagen den Gerätepreis erheblich beeinflussen, gehen einige Hersteller dazu über, Ihre Anlagen ohne Luftaufbereitung anzubieten. Das Ergebnis ist dann ein Ozoncocktail, welcher eine Reihe von unliebsamen Nebenprodukten enthält.
Auch sind, wegen der hohen Reaktivität von Ozon, viele Materialien nicht gegen Ozon beständig! Leitungen und Schläuche aus Teflon sind dagegen gut geeignet.
Vor dem Kauf einer Ozonanlage sollten Sie sich deshalb gut informieren!

Ozon gegen Bakterien

Bei der Inaktivierung von Bakterien durch Ozon, kommt es zu einer Oxidationsreaktion (durch die freien Radikale) an der Bakterienmembran, an welcher Glykoproteine, Glykolipide und andere Aminosäuren angegriffen werden. Daraus folgt eine Störung der Zellwandpermeabilität (Durchlässigkeit) mit anschließender Zelllyse.
Es wurde gezeigt, dass die Zellwand von Escheria coli durch ozoniertes Wasser geschädigt wird und auch die metabolische Aktivität der Bakterien zum Stillstand kommt [Bünning und Hempel 1996]. Bei Viren ist der erste Wirkort das Capsid beziehungsweise die Proteine, die Bestandteil der Hülle sind. Ozon verändert das Capsid dahingehend, dass es sich nicht mehr an einer Zelloberfläche anheften kann.
 
Für jedes Virus und jedes Bakterium gibt es maximale Grenzwerte in Ozonkonzentration und Zeit der Ozonbehandlung, um das Virus sowie das Bakterium irreversibel zu schädigen. Zu beachten ist dabei, dass es Unterschiede zwischen dem Abtöten von einzelnen Bakterien gibt und dem von geklumpten Kolonien [Kowalski et al. 1998]. Ozon wird schon seit langem großtechnisch genutzt zur Trinkwasseraufbereitung [von Gunten 2003], zur Abwasseraufbereitung [Xu et al. 2002], zur Desinfektion von Schwimmbadwasser und zur Bleichung in der Industrie. Die Wirkung von ozonisiertem Wasser in der Wasserdesinfektion ist gut untersucht. Industriell hergestelltes Ozon wurde in Deutschland (West) zur Schwimmbaddesinfektion (mit 45 Prozent) und zu zur Trinkwasseraufbereitung (31 Prozent) verwendet [Maier et al. 1993].

Ozon in der Aquakultur

In der Aquakultur wird Ozon großtechnisch eingesetzt. Die dort verwendeten Systeme sind professionell gebaute Anlagen, die auch über qualitätiv hochwertige Mess- und Sicherheitseinrichtungen verfügen, die den sicheren Betrieb dieser Anlagen erlauben. Da Ozon für den Menschen hochgiftig ist, wäre eine Fehlfunktion einer solchen Anlage, die schließlich Menschenleben und Fischleben kosten kann, fatal.

Zum Betrieb einer Ozonanlage gehört auch die ordnungsgemäße Montage der Anlage mit den schon zitierten Sicherheitseinrichtungen wie einer Raumluftüberwachung.

Für uns Teichbesitzer sieht die Sache allerdings anders aus. In der Regel kaufen wir das Produkt Ozonanlage (ohne die erforderlichen Sicherheitseinrichtungen) und installieren es selber, meist dazu noch in feuchter Umgebung. Wie weiter oben ausgeführt bedeutet feuchte Luft jedoch die Bildung von Salpetriger Säure, die hochgiftig für Koi ist.

Auch hier gibt es im Teichzubehör eine große Vielfalt an Angeboten von Anlagen die sowenig Ozon produzieren, dass es eh nicht wirkt, bis hin zu Anlagen die lebensgefährlich werden können, weil sie so große Mengen an Ozon produzieren können!

Das Ozon zur Reduzierung der Keimrate in Teichen genutzt werden könnte steht außer Frage, aber ich halte die Nutzung am Koiteich einfach für zu gefährlich.

Aus den vorgenannten Gründen halte ich zwei Verfahren für die Reduzierung der Keimrate für den Koiteich für praktikabel und das sind die UV-C Anlagen und der Einsatz von Probiotika, einem sehr naturnahen Verfahren, dessen ganze positive Wirkung wir noch gar nicht abschätzen können.

Kurzfristig ist auch die Hilfe von Chemikalien möglich, aber bitte nur bis die Ursachen, für die zu hohe Keimrate, beseitigt ist.