Fallstricke bei der Filter Auswahl

Wer meine Videos schon länger schaut, der weiß dass ich die Filtration in eine mechanische und eine biologische Komponente trenne.

Grundsätzlich ist es jedoch gute fachliche Praxis, einmal pro Stunde den gesamten Inhalt des Teiches durch beide Filter zu leiten. Die Voraussetzung, dass das gelingt ist allerdings, dass die Filter für den Durchsatz auch gemacht sind.

Und hier wird es tricki. Denn die Menge an Wasser die pro Stunde durch den Filter geht, bestimmt die Baugröße des Filters.

Für einen Laien ist es gar nicht so einfach, hier Filter A mit Filter B zu vergleichen, den natürlich bedienen sich die diversen Hersteller unterschiedlicher Angaben, bezüglich der technischen Definition ihres Filters.

Ein aufmerksamer Zuschauer hat mir mal ein paar Herstellerangaben geschickt und man sehe und staune was da steht:

Fangen wir mal an mit der Aussage für Teiche bis X tausend Liter geeignet:

Hier fehlt jedweder Bezug zur Wasserbelastung. Ohne diese zu definieren, sagt die Behauptung, ein Filter sei für eine Teichgröße X geeignet jedoch rein gar nichts aus.

Nach meiner Einschätzung ist diese Aussage sogar irreführend, wie soll ein Laie erkennen und oder beurteilen, ob sein Filter nun passt oder nicht.

Nächste Aussage, maximale Durchflussrate X Liter / Stunde:

Auch diese Aussage ist ohne eine Definition der Wasserverschmutzung wischi waschi. Es leuchtet selbst einem Laien ein, dass ein Filter einen anderen Durchsatz hat, wenn das Wasser keine Schwebstoffe beinhaltet, als wenn es mit einer Schmutzfracht von X Gramm / Liter belastet ist. Eine solche Aussage ist somit auch unseriös weil wieder die Bezugsgröße fehlt.

Dritte Aussage, maximale Durchflussrate bei X Micrometer Maschenweite:

Auch hier fehlen dem Verbraucher die wesentlichen Informationen um die Eignung des angebotenen Filters für den eigenen Teich bewerten zu können.

Vierte Aussage, geeignet für Koiteiche bis X Liter, bei einer Durchflussrate die deutlich kleiner ist, als die Teichgröße X:

Hier setzt sich der Filterhersteller einfach über die gute fachliche Praxis hinweg. Hier wird dem Käufer suggeriert, dass der Filter über eine entsprechende Leistung verfügt ohne dass der Verkäufer dieses beweisen kann. Wer als Käufer daran glaubt und den Filter erwirbt, verbaut sich die Möglichkeit, die Leistung seines Teichsystems durch eine Erhöhung der Umwälzrate zu verbessern. Dies hat umfangreiche Auswirkungen auf das gesamte Teichsystem.

Wie müsste ein Siebfilter angeboten werden, um erstens eine Beurteilung über seine Leistungsfähigkeit und zweitens einen Vergleich zwischen den unterschiedlichen am Markt angebotenen Filtern zu ermöglichen?

  1. Er braucht eine Angabe zum Wasserdurchsatz bei einer definierten Schmutzbelastung des Wassers
  2. Er braucht eine Angabe zur Maschenweite des verwendeten Siebes

Damit ist dann ein Vergleich bei Preis und Leistung möglich. So würde  auch sofort ersichtlich, ob ein Filter der deutlich kleiner baut und oder deutlich andere Rohranschlüsse hat, überhaupt realistisch mit der angegebenen Wassermenge klar kommt.

Stellt sich die Frage, warum machen die Hersteller, was sie machen?

Wenn ich mir den Markt für Trommfelfilter und Bandfilter ansehe, fällt auf, dass die Preise einer sehr großen Bandbreite unterliegen. Natürlich tendiert der Verbraucher dazu, Geld zu sparen und nach meiner Erfahrung glaubt er dann nur zu gerne den Angaben gerade der günstigen Anbieter.

Deshalb mein Rat, wer einen neuen Filter kauft, sollte mit dem Anbieter einen Kaufvertrag schließen in dem er genau definiert, welche Aufgabe der Siebfilter zu erfüllen hat, also welchen Durchfluss, welche Schmutzfracht und das bei welcher Maschenweite. Zusätztlich sollte auch der Spülwasserverlust definiert  werden, denn es ist schließlich ein Unterschied, ob ein Filter einmal pro Stunde für 15 sec. spült oder alle drei Minuten. Die Kosten dafür trägt letztlich der Verbraucher und nicht der Verkäufer.

In diesem Artikel ging es nur um den mechanischen Filter und seine Dimensionierung. Gleiches gilt jedoch auch für den biologischen Filter. Auch hier neigt der Handel nach meiner Erfahrung dazu, eher kleine Filter anzubieten und deren Leistung bei optimalen Bedingungen zu benennen – ignorierend, dass die meisten Teiche unbeheitzt sind und die meiste Zeit eher wenig optimale Bedingungen für den Filter herrschen.

Ich bedanke mich bei meiner Zusacherin für diesen Hinweis den ich gerne für einen Beitrag aufgegriffen habe.