Regelwerk und Norm für den Bau von Koieichen 2015

Regelwerk und Norm für den Bau von Koiteichen 2015

Seit 2004 arbeite ich als Sachverständiger für Koihaltung und Koiteichbau. Bis dahin gab es kein offizielles Regelwerk für den Bau von Koiteichen. Das hat dazu geführt, dass Teichbauer sich bei fehlerhaftem Teichbau mit dem Argument retten konnten, es gäbe kein Regelwerk für den Bau von Koiteichen.

Ich bin dann hergegangen und habe die verfügbare Literatur der Aquakultur und die Koiliteratur studiert und daraus ein Regelwerk extrahiert. Dieses Regelwerk wird von mir jährlich an den aktuellen Stand des Wissens angepasst. Die Kurzausgabe für 2015 stelle ich hier kostenfrei zur Verfügung, neuere Versionen sind beim Autor gegen eine Gebühr erhältlich.

Das Regelwerk bietet dem GALA – und Teichbauer einen Leitfaden, wie ein Koiteich zu bauen ist, damit er dem Stand der Technik (in der Tierhaltung „gute fachliche Praxis genannt“) entspricht

Dem Koihalter oder Auftraggeber dient es als Empfehlung, wie ein Koiteich zu bauen ist, damit er funktioniert. Hier folgen 10 Tipps wenn du mit dem Hobby starten willst:

Grundlagen zur Koihaltung und dem Koiteichbau nach der guten fachlichen Praxis

Weil es keine allgemein verfügbaren Normen und Regelwerke für die Koihaltung gibt, die es fachfremden Personen ermöglichen könnten, sich eine Meinung über eine Fragestellung im Sachgebiet Koi-Teichbau und Koi-Haltung zu bilden, habe ich aus den unterschiedlichsten Bereichen der Fischhaltung die entsprechenden Informationen zusammen getragen, die die Grundlagen für eine gute fachliche Praxis der Koihaltung und des Koiteichbaus bilden.

In Ermangelung von DIN Normen oder anderen Regelwerken sprechen wir bei der Fischhaltung im Allgemeinen und der Koihaltung im Besonderen von „guter fachlicher Praxis (GfP) wohlwissend, dass es sich hierbei um einen „unbestimmten Rechtsbegriff“ handelt.

 Im deutschen Recht wird damit die Einhaltung gewisser Grundsätze des Tier- und Umweltschutzes in der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft bezeichnet.

Gute fachliche Praxis kann als ein Handlungsrahmen angesehen werden. Sie stellt eine Basisstrategie dar und beinhaltet die Maßnahmen, die

  • in der Wissenschaft als gesichert gelten
  • aufgrund praktischer Erfahrungen als geeignet, angemessen und notwendig anerkannt sind
  • von der amtlichen Beratung empfohlen werden und
  • den sachkundigen Anwendern bekannt sind

Definition: „Die gute fachliche Praxis der Koihaltung und des Koiteichbaus, sind diejenigen Prinzipien und Techniken, die in der Praxis über einen gewissen Zeitraum (mindestens 2 Jahre) erprobt sind, sich bewährt und bei der Mehrheit der Praktiker zum Betrieb von Koiteichen durchgesetzt haben“. Da es sich bei Koi genetisch um Karpfen handelt, liegt diesen Ausführungen auch die gute fachliche Praxis der Karpfenhaltung, (Quelle: “Ordnungsgemäße Fischhaltung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, 5. Auflage 2010″), zugrunde.

Die nachfolgenden Ausführungen stellen den funktionellen Rahmen für den Bau und Betrieb von Koiteichen und der Pflege von Koi dar. Hierbei habe ich neben den Informationen aus der Fachliteratur der Aquakultur und der Koiliteratur auch meine über die Jahre gemachten Erfahrungen einfließen lassen.

Dieses Regelwerk beinhaltet nicht die rechtlichen und normativen Anforderungen an die Planung, den Bau und die Installation des eigentlichen Beckens (Rohbau) und seiner technischen Abdichtung. Hier sind insbesondere folgende Regelwerke zu berücksichtigen und zu beachten:

  • Bürgerliches Gesetzbuch – BGB
  • Baugesetzbuch – BauGB mit Baunutzungsverordnung – Bau NVO
  • Wasserhaushaltsgesetz – WHG
  • Trinkwasserverordnung – TrinkwV
  • Bundesnaturschutzgesetz – BNatSchG
  • Landesbauordnung – LBO
  • Landeswassergesetze
  • Nachbarrechtsgesetze
  • Naturschutzgesetz
  • DIN-Normen, Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB)
  • VDE 0100-702
  • a.

Anforderungen an die Haltungsumgebung

Eine Koi-Teichanlage muss so gebaut sein, dass es möglich ist, die gewünschte und zuvor festgelegte Anzahl Koi so zu halten, dass sie gesund bleiben und sich entsprechend ihren genetischen Ressourcen entwickeln. Die Anlagentechnik hat dabei den Zweck, die erforderliche Umwelt zuverlässig bereit- und sicherzustellen.

Eine zentrale Bedeutung nimmt in der Fischhaltung immer die Bereitstellung und Aufrechterhaltung einer bestmöglichen Wasserqualität ein.

Das Haltungswasser hat dabei eine Reihe von Aufgaben zu bewältigen:

  • Es übernimmt die Bereitstellung und die Verteilung des Sauerstoffs
  • Die Nahrung wird über das Wasser angeliefert
  • Ausscheidungen und Nahrungsreste müssen über das Wasser abgeführt werden
  • Die Temperatur des Haltungswassers bestimmt die Stoffwechselgeschwindigkeit und hat somit einen erheblichen Beitrag zur Leistungsfähigkeit der gehaltenen wechselwarmen (poikilothermen) Organismen

Koi sind schnell wachsende und stark fressende Fische. Deshalb ist zur Gesunderhaltung der Fische die Teichanlage und Teichtechnik von besonderer Bedeutung (siehe nachfolgende Grafik der Wechselwirkungen).

Hierbei ist besonders hervorzuheben, dass immer die Anlage im Zusammenhang betrachtet und bewertet werden muss. Ein guter Filter nutzt nichts, wenn der Teich nicht richtig gebaut ist und ein guter Teich bringt nichts bei mangelhafter Filtertechnik. Und beides nutzt nichts, wenn die Umwälzrate zu gering wäre. Dazu kommen noch die Umwelteinflüsse, wie Wetter, Eintrag von Störstoffen, Prädatoren uww..

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung hat ein Koiteich wenig mit dem zu tun, was wir uns gemeinhin unter einem Gartenteich oder Biotop vorstellen.

Auch meine eigene Erfahrung von nun mehr als 20 Jahren belegt, dass die Gesunderhaltung von Koi umso einfacher ist, umso mehr der Koiteich einem Schwimmbecken ähnelt. D. h. einfache geradlinige Beckenform mit senkrechten Wänden ohne Pflanzen und Bodengrund.

Die Technik eines Koiteiches ist vergleichbar der Technik einer Kreislaufanlage in der Aquakultur, wie sie zur Speisefischproduktion Verwendung findet. Sowohl in der Koihaltung als auch in der Aquakultur möchte man eine bestimmte Anzahl an Fischen in einem Becken gesund halten und dabei so wenig Ressourcen (Platz, Frischwasser, Energie, Futter) wie möglich verwenden.

Koiteiche verfügen in der Regel über folgende Anlagenteile:

  • Fischhaltungseinrichtung (Becken)
  • Wasserförderung (Pumpen) und Sauerstoffanreicherungssystem (Belüfter) des Wassers zur Sauerstoffversorgung des Fischbestandes und des Biofilters
  • Mechanische Reinigung zur Entfernung des Kots der Fische sowie von Futterrestenaus dem Kreislaufwasser
  • Biofilter bzw. biologische Reinigung zum Abbau des von den Fischen ins Wasser abgegebenen Ammoniaks und Ammoniums zum weitgehend ungiftigen Nitrat
  • Heizungssystem zur Aufrechterhaltung optimaler Wassertemperaturen und zur Vermeidung von Schwankungen in der Wassertemperatur
  • Frischwasserzufuhr und erforderlichenfalls Frischwasseraufbereitung
  • Aufbereitung und Entsorgung des Ablauf- und Schlammwassers
  • Wasserdesinfektion
  • Einrichtung zur Fütterung der Fische
  • Automatisierung zur Messung und Überwachung und Regelung bzw. Steuerung wichtiger Wasserparameter sowie der Fütterung
  • Havariesystem einschließlich einer Notstromversorgung

Hochgezüchtete Koi sind hochempfindliche Rassetiere , die besondere Ansprüche an die Umwelt stellen. Nur eine professionelle Teichtechnik kann auf Dauer sicherstellen, dass diese Umgebung auch gewährleistet wird. Die Technik muss auf Dauerbetrieb ausgelegt und in der Lage sein, mit der Belastung eines Koiteiches zu jeder Jahreszeit zuverlässig fertig zu werden. Die Technik in einem Koiteich läuft an 365 Tagen in Jahr rund um die Uhr.

Im Gegensatz zu einer Kreislaufanlage in der Aquakultur kommt bei einem Koiteich erschwerend hinzu, dass es sich um ein offenes System handelt, welches ständig vielen äußeren Einflüssen ausgesetzt ist

  • Witterung, (Temperatur, Luft, Regen)
  • Luftverschmutzung
  • Eintrag von Störstoffen (Verschmutzung, Verstopfung)
  • Schnelle Veränderung von Einflussfaktoren

Diese Einflüsse machen die Haltung schwieriger als dies bei einer geschlossenen Indoor Anlage der Fall wäre, weil sie einen direkten Einfluss auf die Wasserqualität und den Stoffwechsel der Fische und der Bakterien haben.

Funktionsbeschreibung: Ein Koiteich wird als Kreislaufsystem bezeichnet. Das Wasser fließt in der Regel über Schwerkraft in den Siebfilter, durch das Sieb hindurch in den Biofilter. Hinter dem Biofilter befinden sich dann die Pumpen, die das saubere Wasser wieder zurück in den Teich drücken. Durch den Widerstand in den Filtern und Rohren entstehen unterschiedliche Wasserniveaus. Diese variieren je nach Höhe der Umwälzrate, umso größer diese ist umso größer die Höhenunterschiede. (siehe nachfolgende Grafik)

Regelwerk und Norm für den Bau von Koiteichen 2015

Die Umweltbedingungen

Unter optimalen Umweltbedingungen erreichen die verschiedenen Fischarten das stärkste artspezifische Wachstum, die höchste Kondition und den besten Gesundheitszustand. In den eingeschränkten Bereichen verringern sich das Wachstum und die Kondition, weil die Fische mehr Energie zur Anpassung an die Umweltbedingungen benötigen. In den kritischen Bereichen treten Stressreaktionen auf, die zum Anstieg der Stresshormone, zur Erhöhung des Blutzucker- und Milchsäuregehaltes, zur Verhaltensänderung und längerfristig auch zu Anpassungserkrankungen führen (Hamers & Schreckenbach 2002). Stress durch ungünstige Umwelt-, Ernährungs-, und/oder Haltungsbedingungen ist in geschlossenen Kreislaufanlagen die häufigste Ursache für Wachstumsdepression, Konditionsmängel und Erkrankungen der Fische.“

Besatzdichte, Verhältnis Fischmenge zu Volumen eines Koiteiches

Die Frage, wie viele Koi kann ich in einem bestimmten Volumen halten, ist nicht pauschal zu beantworten. In einem Teichsystem was mehrere Jahre alt ist, ist der biologische Filter leistungsstärker als in einem neu angelegten Koiteich. Wird der Teich geheizt, so können ebenfalls mehr Koi gehalten werden, als wenn der Teich nicht beheizt wird. Grundsätzlich braucht es eine gewisse Zeit, einen neuen Teich einzufahren. Einfahren bedeutet, die Wasserbelastung langsam zu steigern, dass sich der Biofilter entsprechend entwickeln kann, d.h. ein Koi pro 10 m³ reicht am Anfang aus. Nach zwei bis drei Monaten und einer Wassertemperatur von mindestens 18°C während dieser Zeit, kann der Bestand auf einen Koi pro 3 m³ erhöht werden. Eine höhere Koidichte kann nur in einem beheizten Koiteich empfohlen werden. In einem unbeheizten Koiteich sollten nicht mehr als 3 kg Fisch pro Kubikmeter Wasser gehalten werden (siehe auch Datz Aquarienbücher: Handbuch der Koi-Pflege von Servas de Kock u.a., Seite 95). In jedem Fall ist die Anzahl an Koi bestimmend für die Größe und Auslegung des Teich- und Filtersystems.

Lage des Koiteiches

Zu den zu beachtenden Umgebungsbedingungen, die sich auf den Bau, die Instandhaltung und die Nutzung auswirken, gehören insbesondere:

  • klimatische Verhältnisse (Niederschlagsmengen, Temperaturen etc.)
  • Industriebetriebe (Luftverschmutzer)
  • Nutzung angrenzender Flächen (Landwirtschaft, Industrie, Gartenbau etc.)
  • Topographie (Hanglage etc.)
  • Überschwemmungsgefahr (Flussnähe)
  • Erdbebengefahr
  • Hochspannungsleitungen, Strom,- und Gasleitungen in der Erde
  • Schutzgebiete

Die Grundstücksgröße spielt eine Rolle insofern, als das der Teich eine Mindestgröße haben muss um später zu funktionieren. Diese Mindestgröße liegt bei 10 bis 20 Kubikmetern je nachdem ob der Teich geheizt werden kann oder nicht.

Die Lage im Grundstück soll so gewählt werden, dass der Teich sich harmonisch in die Gesamtkonzeption des Gartens einfügt. Dabei sollte der Teich möglichst nahe am Haus errichtet werden, damit der Koihalter auch in Schlechtwetterphasen etwas von seinem Koiteich hat. Besonders zu beachten sind:

  • vorhandene Baulichkeiten
  • der Bebauungsplan
  • Anbindung an Ver- und Entsorgungseinrichtungen (Frischwasser, Abwasser, Strom)
  • Baumbestand und Wurzelwerk (Beschattung, Laufanfall, Pollenflug etc.)
  • erforderliche Sicherungsarbeiten am Grundstück (Hanglage)
  • Sonnenscheindauer und Einstrahlungswinkel

Die Art des Baugrundes entscheidet über die erforderlichen Maßnahmen, Art und Umfang der Baumaßnahmen. Besonders zu beachten sind:

  • gewachsener oder aufgeschütteter Boden
  • Stand des Grundwassers
  • zu erwartende Setzungen des Bodens nach den Bauarbeiten
  • Lagerung und Entsorgung des überflüssigen Aushub

Zu beachten ist auch eine Verkehrssicherungspflicht gegenüber Kindern während und nach der Bauphase.

Ein Koiteich muss so angelegt werden, dass durch Regen (auch Starkregen) keine unerwünschten Substanzen in ihn gelangen können. Sollte der Teich am Fuße eines Hanges angelegt werden, so muss zwischen Hang und Teich eine ausreichend breite Drainage installiert werden. 

Grundsätzlich muss die Lage des Teiches so gewählt werden, dass es zu keiner Jahreszeit durch den Standort die Betriebssicherheit der Anlage gefährdet ist.

Wird der Koiteich in unmittelbarer Nähe zum Haus gebaut, so muss durch geeignete Maßnahmen auch sichergestellt werden, dass in Falle eines Starkregens und im Falle einer Undichtigkeit, am und im Haus kein Schaden entstehen kann.

Regelwerk und Norm für den Bau von Koiteichen 2015

Teichform und Teichtiefe

„Die wichtigste Forderung bei der Gestaltung der Fischhaltungsbecken besteht darin, durch entsprechende Strömungsgeschwindigkeiten sowie die zusätzlichen Turbulenzen, die durch die Fische erzeugt werden, den Austrag des Kots und der Futterreste mit dem abfließenden Wasser zu gewährleisten, d.h. eine Selbstreinigung des Becken zu sichern.“ (Quelle Fisch vom Hof, Seite 46, Absatz 3.2 1)(siehe auch Recirculation Aquaculture, Timmons, Ebeling Seite 102 4.5) “The ability to self-clean is a key advantage of circular tanks.“

Die Teichform sollte sich eher an geradlinigen und einfachen Strukturen orientieren um eine laminare Wasserströmung zu ermöglichen. Komplizierte Formen erzeugen „tote Ecken“ an denen sich dann der Schmutz auf dem Boden sammelt, statt über den Wasserstrom in den Filter transportiert zu werden.

„Rundbecken und quadratische Becken mit abgerundeten Ecken ermöglichen die Ausbildung einer spiralförmigen Kreisströmung mit günstigen Sedimentationsbedingungen für den Kot und die Futterreste in der Beckenmitte.“ (Quelle Fisch vom Hof, Seite 47, Absatz 3.2 3)

“The rotational velocity in the culture tank should be as uniform as possible from the tank wall to the center and from the surface to the bottom, and it should be swift enough to make the tank self-cleaning. However, it should not be faster than that required to exercise the fish. Water velocities that are 0,5 – 2,0 fish body lengths per second are optimal for maintaining fish health, muscle tone, and respiration.” (siehe auch Recirculation Aquaculture, Timmons, Ebeling Seite 102 4.5)

“Circular tanks operate by injecting water flow tangentially to the tank wall at the tank outer radius so that the water spins around the tank center, creating a primary rotating flow.” (siehe auch Recirculation Aquaculture, Timmons, Ebeling Seite 107 4.5) Die Aufgabe der Zulaufleitungen besteht darin, eine gute Durchmischung des gefilterten mit dem Teichwasser zu ermöglichen und den Wasserkörper in Rotation zu versetzen. Dabei muss die Anordnung der Zulaufleitungen der Teichform entsprechend angepasst werden. Die Anordnung in der Senkrechten sollte auf halber Teichtiefe und in jedem Fall frostsicher, erfolgen.

Bedingt durch die Wasserzirkulation wandert der Schmutz in die Teichmitte. Aus diesem Grund werden die Bodenabläufe in der Teichmitte im Zentrum der Strömung angeordnet.

Im Gegensatz dazu wird der Skimmer (Oberflächenablauf) am Rand des Teiches positioniert. Zum einen damit man den Skimmer jederzeit ohne Hilfsmittel reinigen und damit man ihn während der Fütterung außer Betrieb setzen kann. Ebenfalls wird der Skimmer an der Seite positioniert, an der sich bedingt durch die Hauptwindrichtung der Oberflächenschmutz sammelt.

Die Teichtiefe orientiert sich am Standort des Teiches und an der Frage, ob der Teich mittels einer Teichheizung temperiert werden kann. Der Teich sollte eine Mindesttiefe von 1,8 m besser 2 m haben. Flache Zonen von weniger als 0,5 m sind abzulehnen. Die Teichwände sollten senkrecht sein um bezogen auf die Oberfläche ein möglich großes Teichvolumen zu realisieren.

Die Umwälzrate

Heute ist es gute fachliche Praxis, einen Koiteich und die Verrohrung so zu dimensionieren, dass das gesamte Teichvolumen einmal in einer  Stunde durch den Filter fließt. Ist die Umwälzrate entsprechend, dann werden die Schwebealgen durch die UV-Lampen ausreichend abgetötet, sodass der Teich klar bleibt. Die Umwälzrate hat aber auch einen direkten Einfluss auf die Leistung eines biologischen Filters, es gilt, umso höher die Umwälzrate, umso besser die Abbauleistung des biologischen Filters. Im Zweifel ist immer eine höhere Umwälzrate einer niedrigeren vorzuziehen. Wenn entsprechendes berücksichtigt wird, dann kann die Umwälzrate auf einmal in zwei Stunden reduziert werden. Dies ist allerdings ein Kompromiss, der Einschränkungen an anderer Stelle zur Folge hat.

Wasserströmung

Die Strömung sorgt für eine optimale Durchmischung des Teichwassers und somit für die optimale Verteilung des Sauerstoffs und der anderen im Wasser gelösten Stoffe. Zusätzlich dient sie dazu, den Schwebeschmutz in der Schwebe zu halten und zum Filter zu führen, damit er abfiltriert werden kann.

Außerdem begünstigt eine leichte Strömung die Gesundheit der Koi. Zwar ist der Koi kein rheophiler Fisch (Reophil = strömendes Wasser bevorzugend), aber die erzwungene leichte Bewegung verbessert die Muskulatur der Fische und beugt einer Verfettung vor. Strömungsgeschwindigkeiten von 1-3 cm/s haben sich hier als günstig erwiesen. Dies kann realisiert werden, indem an den Zulaufstellen des Teiches das Wasser mit einer Geschwindigkeit von 1-2 m/s aus den Rohrleitungen strömt. Durch diesen Zulauf entsteht ein Vermischungseffekt der für alle Wasserparameter zum sofortigen Ausgleich der Zulaufkonzentration mit der Beckenkonzentration führt.

Die Strömung sollte die o.g. Werte jedoch nicht überschreiten, da mit zunehmender Strömungsgeschwindigkeit der Energieverbrauch der Fische steigt. Bei einjährigen Karpfen führt eine Schwimmgeschwindigkeit von 10cm/s  bereits zu erhöhtem Stoffwechsel und Massenverlust. Bei einer Strömung von 40 cm/s kann sicher der Karpfen gerade noch im Strömungskanal halten, ein Wachstum ist unter derartigen Umständen nicht mehr möglich. (Quelle: Werner Steffens, Binnenfischerei, Seite 75-76)

Auch sollte der Teich über eine Zone verfügen, die keine Strömung hat, damit der Koi die Wahl hat, sich in die Strömung zu stellen oder sich im beruhigten Bereich aufzuhalten.

Die Filtration

Die mechanische- und biologische Reinigung finden in entsprechenden Filtern statt (mechanischer Filter und biologischer Filter). Für die Gesunderhaltung der Fische ist eine funktionierende biologische Reinigung wesentlich wichtiger als eine gute mechanische Reinigung.

Mechanische Reinigung

Unter mechanischer Reinigung versteht man das Abfiltrieren des Schwebeschmutzes (Blätter, Algen, Kot Reste u. a.), damit diese sich erst gar nicht im Wasser lösen. Dabei sind Systeme, die den Schmutz periodisch und in Abhängigkeit vom Grad der Verschmutzung dem Kreislauf entziehen (Trommelfilter, Bandfilter, Vliesfilter), solchen Systemen vorzuziehen, die den Schmutz nur abscheiden, wobei der Schmutz aber im Wasser verbleibt und sich weiter auflöst (Spaltsiebfilter, Bürstenkammern, Absetzbecken, Vortex).

Der Vorteil von Siebfiltern besteht darin, dass der Schmutz nicht das System belastet indem er sich im Wasser auflöst. Ein guter Kompromiss sind dabei Siebweiten von 40 bis 80 µ. Die Siebe sind dann so feinmaschig, dass sie die gewünschten Verunreinigungen aus dem System entfernen, haben aber immer noch eine ausreichende Durchströmung um wirtschaftlich sinnvolle Spülintervalle zu gewährleisten.

Diese Systeme benötigen auch weniger Frischwasser als die nachfolgenden Systeme mit Vortex-, Schwamm- oder Bürstenfiltern. Hier wird viel Wasser zur Reinigung des mechanischen Systems benötigt.

Biologische Reinigung

Die nachfolgende Grafik zeigt den biologischen Reinigungszyklus. Alle Ausscheidungsprodukte der Koi und die Stoffe, die über die Umwelt in den Teich eingetragen werden, werden hier mit Hilfe von Bakterien über mehrere Stufen abgebaut.

Hierzu werden die Kammern des biologischen Filters mit Filtermedien unterschiedlicher Art gefüllt, deren Oberfläche im Laufe der Zeit von den abbauenden Bakterien besiedelt wird. Diese Filter nennt man auch Festbettfilter, weil sich das Filtermedium nicht bewegt sondern vom Wasser umströmt wird. Für eine hohe Bakterienzahl ist somit eine möglichst große verfügbare Oberfläche des Filtermaterials erforderlich. Die Filterkammern müssen also ausreichend groß dimensioniert sein, um eine entsprechend große Menge Filtermaterial aufnehmen zu können. Nach meiner Erfahrung sollte das Filtermaterial einen möglichst großen Lückengrad haben, damit jederzeit sichergestellt ist, dass es nicht verstopft. In der Praxis werden Festbettfilter heute mit zu feinporigen Materialien gebaut, was eine regelmäßige Reinigung durch den Teichbesitzer erfordert. Festbettfilter neigen zum Verschmutzen und Verblocken. Überall wo sich Schmutz ansammelt, entstehen jedoch anaerobe Zonen (sauerstoffarme Zonen) in denen keine von uns gewünschten Abbauprozesse stattfinden.

Eine andere Art Biofilter ist der sogenannte Moving Bead Filter. In diesem Biofilter wird das Filtermedium, welches im Wasser schwimmt, permanent bewegt. Ein Filter mit bewegtem Filtermaterial ist einem Filter mit einem festen Filterbett immer vorzuziehen, weil die bewegten Filter bei gleichen Volumen effektiver arbeiten, als ein Festbettfilter.  Das Filtermaterial wird durch die Bewegung permanent gereinigt und die aktive biologische Oberfläche immer optimal mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Es ist gute fachliche Praxis, dass das Medium alleine durch die Strömung des Wassers bewegt wird, damit keine zusätzlichen elektrischen Verbraucher wie Belüfter oder Rührwerke dazu nötig sind.

Schwämme sind als biologischer Träger nach meiner Erfahrung nicht optimal, da sie immer die Gefahr bergen zu verstopfen. Verstopfte Poren haben aber keine aktive biologische Oberfläche mehr.

Auch wenn das Filtermaterial so gewählt sein sollte, dass eine Reinigung nicht erforderlich ist, so ist es gute fachliche Praxis, dass der gesamte biologische Filter zugänglich ist, damit der Teichbesitzer den Filter regelmäßig kontrollieren kann.

Die Dimensionierung eines Teich- und Filtersystems kann erst erfolgen, nachdem zwischen dem Auftraggeber und Auftragnehmer die Menge an Fisch definiert wurde, die der Koihalter in seinem Teich halten möchte. Am besten definiert man die Menge an Fisch in Kilo um eine eindeutige Aussage zu bekommen. Gleichfalls ist das Wachstum dieser definierten Menge an Fisch zu berücksichtigen. Bei guter Pflege wird aus einem kleinen Koi in Kürze ein beachtlicher Fisch von 3-5 kg mit entsprechenden Anforderungen an die Futtermenge.

Auch über die Filtergröße kann bestimmt werden, wie viele Koi in einem System gehalten werden können. (Eine Faustregel besagt, dass man zum Abbau von 1 kg gefüttertem Trockenfutter innerhalb von 24 h neben der geeigneten Wassertemperatur und einem ausreichend großen Sauerstoffangebot eine Filteroberfläche von 100-200m² benötigt). Diese Festlegung der Fischmenge und Filtergröße ist sehr wichtig, da bei einem fertig gebauten Koiteich eine Vergrößerung des Biofilters fast nicht mehr möglich ist.

Regelwerk und Norm für den Bau von Koiteichen 2015

Dies hat damit zu tun, dass sich die Wasserbelastung hauptsächlich aus der Menge an Futter ergibt, die die Fische bekommen. Koi benötigen für die Erhaltung aller Lebensvorgänge ca. 1% ihres Körpergewichts pro Tag an Futter. Wachsen und sich entwickeln können sie aber erst bei einer größeren Futtermenge.  Kleine Koi benötigen einen höheren Prozentsatz an Futter als große.

In jedem Koifutter ist etwa 1% Phosphor enthalten. Phosphor ist die Nahrungsquelle für die Faden- und Schwebealgen. Deshalb sind auch in der Mehrzahl der Koiteiche Fadenalgen vorhanden. Der Phosphor wird im Filter nicht abgebaut, es kann nur durch Entfernen aus dem System eliminiert werden. Dies geschieht unter anderem über Pflanzen, die den Phosphor für ihr Wachstum benötigen und einlagern und durch das Entfernen der Algen, die den Phosphor aufnehmen. Die Algen werden üblicherweise sowohl mechanisch als auch Mittels Algenmitteln auf chemischem Wege entfernt.

Da die Abbaurate des biologischen Filters direkt abhängig ist von der Wassertemperatur, ist bei der Dimensionierung der Filtertechnik auch dem Umstand Rechnung zu tragen, ob der Teich später geheizt wird. Ein unbeheizter Teich benötigt bei gleichem Fischbesatz einen größeren biologischen Filter als ein beheizter.

Neben dem richtigen biologischen Filtermaterial mit großer Oberfläche und großem Lückengrad ist auch die Qualität der mechanischen Reinigung, die Verhinderung von Schlammablagerungen im Teich und im Biofilter und eine gute Teichhygiene der gesamten Anlage entscheidend für die Qualität der Wasseraufbereitung.

Weiterhin muss die Sauerstoffzehrung im Wasser durch die Fische und die Nitrifikation durch eine ausreichende Belüftung ausgeglichen werden.

Wassertemperatur

Die optimale Wassertemperatur für Koi liegt bei 23°C bis 26°C. Dies trifft umso mehr für hochgezüchtete Koi aus Japan zu. Zwar ist es den Fischen möglich, den Winter auch bei niedrigen Wassertemperaturen (4°C) gut zu überstehen, aber nur wenn sichergestellt ist, dass die Wassertemperatur das restliche Jahr über zumindest einige Monate im optimalen Bereich liegt und vor allem nicht ständig schwankt.

Die Wassertemperatur sollte binnen 24 h nicht um mehr als 2°C schwanken.

Höhere Schwankungen bedeuten für den Koi (Karpfen) Stress. Dieser Stress schwächt das Immunsystem und führt neben dem Verbrauch von mehr Energie zu anfälligeren Fischen. (TAKAHARA, T. et al. (2014): Effects of daily temperature fluctuation on the survival of carp infected with Cyprinid herpesvirus 3. Aquaculture 433: 208-213.)

Implementierung der Filtertechnik eines Koiteiches

Es ist gute fachliche Praxis einen Koiteich in Schwerkraft zu betreiben. Dies bedeutet, dass die Filtertechnik auf Höhe des Teiches angeordnet ist. Dies hat den Vorteil, dass der Schwebeschmutz nicht durch eine Pumpe zusätzlich zerkleinert wird, bevor er im mechanischen Filter landet. Jeder Schmutz, der aus dem Teichsystem abgefiltert werden kann, muss nicht biologisch abgebaut werden und entlastet somit den biologischen Filter. Dies führt also zu einer besseren mikrobiologischen Wasserqualität. Wenn verschmutztes Wasser nicht durch die Pumpe muss, ist auch die Gefahr, dass dieser Schmutz die Pumpe verstopft nicht mehr gegeben. Und ein Schwerkraftsystem hat auch den Vorteil, der geringsten Stromkosten. 

ie gepumpte Variante sollte nur in Ausnahmefällen als Notlösung zur Anwendung kommen. Bei dieser Lösung wird das schmutzige Wasser durch die Pumpe gefördert, was zur Folge hat, dass der Schmutz unnötig zerkleinert wird. Dies führt zu einer größeren mikrobiologischen Wasserbelastung als bei einer Schwerkraftanlage.

Ein weiterer Nachteil ist die geringere Betriebssicherheit einer solchen Lösung, da der angesaugte Schmutz (große Blätter, Äste, Algen etc.) die Pumpe verstopfen kann und wird.  Nach meiner Erfahrung bleibt eine solche Störung dann auch noch mehrere Stunden unentdeckt. Diese Störung kann im Hochsommer zum Absterben des biologischen Filters führen, was dann große Probleme für die Fischhaltung bedeutet. Auch benötigt diese Anlagenform mehr Energie als eine Schwerkraftanlage. In der guten fachlichen Praxis wird die gepumpte Variante  auf Grund ihrer Nachteile nicht eingesetzt.

Funktionale Bauteile eines Koiteiches

Neben den Umwälzpumpen gehören zu den wesentlichen Bauteilen des Koi-Teiches Boden- und Oberflächenabläufe, ein Überlauf zum Kanal, eine UV-C Anlage, eine Sauerstoffanreicherung und eine automatische Frischwassereinspeisung entweder mit Niveauregulierung oder mit Zeituhrfunktion (siehe auch: Nishikigoi Taikan, Martin Kammerer, Horst Kaiser, Band 3, Seite 166). Ein Teich für hochwertige Japankoi benötigt zusätzlich eine Heizung um eine Mindesttemperatur im Sommer und im Winter sicherzustellen und um Temperaturschwankungen klein zu halten (nicht mehr wie 2° in 24 h).

Bodenablauf und Oberflächenablauf (Skimmer)

Zu einem Koiteich nach der guten fachlichen Praxis gehört eine entsprechende Anzahl an Bodenabläufen und Skimmern. Die Platzierung und Dimensionierung von  Bodenabläufen und Skimmern gehört zu den wichtigen Aspekten der Planung eines Koiteiches, weil sie verantwortlich sind für den Transport der Schmutzpartikel vom Teich zum Filter – und nur der Schmutz der im Filter ankommt, kann dort herausgefiltert werden.

Wo immer möglich, sollte ein belüfteter Bodenablauf verwendet werden. Dieser Bodenablauf wird über den Flansch mit der Folie verbunden. Der Bodenablauf verfügt über einen 110 er Rohranschluss, der dann entsprechend der Dimensionierung entweder in DN 110 oder ggfs. in einer größeren Nennweite zum Filter geführt wird. Ein zweiter Anschluss ist für die Belüfterplatte vorhanden, damit der Teich über die Membrane auch ausreichend mit Sauerstoff versorgt  wird.

Ein Bodenablauf ohne Belüftung wird auch häufig in Koiteichen eingesetzt.

Ein handelsüblicher Skimmer für Koiteiche hat einen Innendurchmesser der etwas größer ist als DN 160. Damit passt er über ein normales 160 KG Rohr. Ob der Skimmer dann auf 110 reduziert wird oder die Skimmerleitung bis hin zum Filter in DN 160 ausgeführt wird, hängt von den Anforderungen an die Wassermenge ab, die zum Filter gelangen muss. Keinesfalls darf die Skimmerleitung auf einen kleineren Durchmesser reduziert werden, denn dann setzt sich diese Leitung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit irgendwann zu. Auch gepumpte Skimmer sind für Koiteiche ungeeignet. Hier sorgt der angesaugte Schmutz zielsicher für eine Verstopfung der Pumpe.

Baumaterialien und Dekorelemente

Grundsätzlich dürfen alle wasserberührenden Teile nur aus fischverträglichen und korrosionsbeständigen Materialien hergestellt werden (Siehe auch Absatz Abdichtung). Dies gilt auch für die verwendeten Kleber und Beton.

Bei der Verwendung von Holz z.B. für Abdeckungen und Stege sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Befestigungsmaterialien müssen dauerhaft korrosionsfrei sein
  • Ausbluten – das Holz muss ausreichend alt sein, oder es muss vor dem Fischbesatz ein Wasserwechsel erfolgen, damit die ausgewaschenen Substanzen aus dem Haltungswasser entfernt werden
  • Werden Farben oder Lasuren verwendet, muss sichergestellt werden, dass diese Substanzen nicht in das Haltungswasser gelangen können
  • Holz arbeitet je nach Feuchtigkeit (dehnt sich aus oder zieht sich zusammen), was gerade bei Abdeckungen aus Holz dazu führen kann, dass diese verklemmen
  • Unterkonstruktionen müssen aus unverrottbarem Material erstellt werden
  • Flächen und Stege sollten so gebaut sein, dass Wasser ablaufen kann
  • Holz veralgt und vermoost, dadurch wird die Oberfläche glatt (Unfallgefahr)
  • Holzkanten können Fische verletzen, alle Balken und Bretter in Wassernähe müssen entsprechend bearbeitet werden.

Da ein Koiteich in der Regel nicht nur den Zweck hat, die Fische gesund zu halten sondern auch schön aussehen soll, gilt es auch, die verwendeten Dekorelemente und Bauteile richtig auszuwählen und einzubauen.

Bodengrund

Auf Bodengrund muss verzichtet werden, weil sich hier Kot Reste, Futter und andere organische Substanzen ansammeln würden. Im Rahmen des Abbaus dieser Substanzen werden Schwefelwasserstoffe frei, die für Fische giftig sind (siehe auch Einführung in die Limnologie, Spektrum der Wissenschaft Verlag, Jürgen Schwoerbel, Heinz Brendelberger Seite 180 ff.)

Am Teichrand werden oft Steine zur Verschönerung des Teichrandes verwendet. Diese müssen unbedingt fest montiert sein, damit keine Gefahr besteht, dass sie in den Teich fallen können.  Die Steine müssen auch so eingefasst sein, dass kein Futter dahinter gelangt um dort zu vergammeln. Besonders zu beachten ist:

  • es muss ein geeigneter Unterbau erstellt werden, der für die Belastung durch das Dekorelement ausgelegt ist
  • Bei Dekorelementen direkt am Teich muss die Statik auch gewährleistet sein, wenn der Teich nicht befüllt ist
  • Steine und Dekorelemente in Fischnähe müssen von scharfen Kanten und rauen Oberflächen befreit werden

Alle Gegenstände und Halterungen aus Metall, die mit dem Teichwasser in Berührung kommen, müssen korrosionsbeständig sein, da sie andernfalls mit der Zeit auflösen und sich die Metalle im Wasser lösen. Diese Lösungsprodukte sind für die Koi giftig. Da selbst Edelstähle durch Biokorrosion Stoffe an das Teichwasser abgeben, ist die Verwendung von ihnen auf das unvermeidliche Maß zu begrenzen. Aus diesem Grund sind auch Filterbehälter aus Edelstahl keine gute fachliche Praxis.

Der Zweck eines Koiteiches besteht darin, eine gewisse Anzahl an Koi in diesem System gesund zu erhalten. Anders als bei einem Biotop, welches in erster Linie optisch gefallen soll. Deshalb muss sich die Gestaltung eines Koiteiches dieser Anforderung unterordnen. Aus diesem Grund ist es auch nicht sinnvoll zu versuchen, die Natur nachzuahmen, indem man den Boden eines Koiteiches mit Kies oder Sand befüllt. Eine Kiesschicht auf dem Boden führt dazu, dass kleine Schwebeteile nicht mehr mit der Strömung in den Bodenablauf gelangen, sondern stattdessen zwischen die Steine fallen und dort gammeln. Hier bilden sich dann anaerobe (Sauerstoffarme) Zonen, die die Vermehrung von pathogenen Keimen begünstigen. Gleichfalls ist sicherzustellen, dass kein Futter in Bereiche gelangt, wo es von den Fischen nicht erreicht wird. Solches Futter würde schimmeln und die Wasserqualität negativ beeinflussen.

Bei Verwendung von Lichtinstallationen am und im Teich, insbesondere von Unterwasserbeleuchtung, ist die VDE 0100-7002 zu berücksichtigen.

Pumpen und Verrohrung

Da die Pumpen in einem Koiteich 365 Tage im Jahr laufen, kommt der Auswahl der Pumpen, der geeigneten Verrohrung und der Art des Filters eine große Bedeutung zu. Durch diese Auswahl können die Stromkosten erheblich beeinflusst werden.

An einem Koiteich werden aus wirtschaftlichen Gründen vorzugsweise Propellerpumpen bzw. sogenannte Rezirkulationspumpen eingesetzt. Diese Pumpen sind nur auf Volumenstrom ausgelegt und benötigen deshalb weniger Energie als z.B. Kreiselpumpen.

Die Pumpen sollten, wenn immer möglich, im letzten Abschnitt der Filterung installiert werden, so dass der grobe Schmutz bereits vorher herausgefiltert wurde.

Die Pumpenleistung sollte so gewählt sein, dass die gesamte Wassermenge des Teiches mindestens einmal in der Stunde umgewälzt werden kann.

Für einen Koiteich bedeutet dies, eine ausreichende Anzahl an Boden,-  und Oberflächenabläufen (Skimmern) sowie eine ausreichende Anzahl an Rücklaufleitungen einzuplanen, damit die erforderliche Wassermenge auch wirtschaftlich gefördert werden kann.

Durch die richtige Rohrdimensionierung ergeben sich geringe Verlusthöhen der Leitungen. Es ist gute fachliche Praxis, die Rohrquerschnitte zu berechnen. Es sollten auch, wo immer möglich Bögen statt Winkeln verbaut werden. Bei gleichen Anschaffungskosten hat ein Rohrbogen nur ein Drittel des Wiedersandes den ein Winkel hat! Einbauteile in die Rohrleitungen sind zu vermeiden. Weshalb Tauch UV-C Lampen solchen mit einem Gehäuse vorzuziehen sind. Bei den Tauch UV-C Lampen ist darauf zu achten, dass sie so eingebaut werden, dass ein verblitzen der Augen nicht möglich ist.

Jedes Rohr, vom Bodenablauf und von dem Skimmer muss einzeln zum mechanischen Filter führen. Weiterhin muss die Rohröffnung am Bodenablauf und Skimmer der kleineste Querschnitt sein. Eine Verjüngung der Rohre nach der Öffnung ist auf Grund der Verstopfungsgefahr zu vermeiden.

Damit genug Wasser vom Teich zum Filter gelangt, müssen eine ausreichende Anzahl von Rohren zwischen Teich und mechanischem Filter verlegt werden. Eine Faustregel besagt, dass durch eine 100er Rohrleitung ca. 10m³/ h per Schwerkraft fließen. An jeder Leitung muss ein Absperrorgan montiert sein, um den Wasserfluss nach den Notwendigkeiten der einzelnen Elemente einstellen zu können.

Neben den Bodenabläufen und dem Skimmer benötigt ein Koiteich auch einen Überlauf zum Kanal. Dieser dient dazu, dass bei einem Starkregen, dass überschüssige Wasser kontrolliert ablaufen kann.

Die Rohrleitungen, die das Wasser aus dem Filter zurück in den Teich führen, müssen unterhalb der Wasserlinie in den Teich münden. Fließt das Wasser über der Wasserlinie zu, so führt das die meiste Zeit des Jahres zu einer unerwünschten Auskühlung des Teichwassers. Überirdische Rückläufe erzeugen in der Regel auch Geräusche, die je nach Fallhöhe für andere Anwohner als störend empfunden werden können.

Da ein Koiteich 365 Tage im Jahr betrieben wird, müssen alle Rohrleitungen Frostsicher verlegt werden.

Es ist gute fachliche Praxis, für den Bau von Koiteichen PVC Druckrohre, PE Rohr, aber auch KG Rohr zu verwenden. Bei KG Rohr muss darauf geachtet werden, dass es nicht nur gesteckt sondern auch zusätzlich gegen ein unbeabsichtigtes Lösen gesichert wird.

Die Abdichtung des Koiteiches

Heute gibt es eine Fülle von Materialien einen Koiteich abzudichten. Gute fachliche Praxis ist, eine 1-2 mm starke Folie aus PVC oder eine 2-3 mm starke PE LD Folie zu verwenden. Mit diesen wird der Teich faltenfrei ausgekleidet. Weil die PE Folie kaum mehr kostet als die PVC Folie, aber entgegen der PVC Folie frei von Weichmachern ist, sollte sie bevorzugt werden.

Eine Folie aus einem Stück, die mit Falten verlegt wird, ist abzulehnen.

Wenn der Untergrund entsprechend vorbereitet ist, dann ist auch die Verwendung von GFK (Glasfaserverstärktem Kunststoff) einsetzbar. Allerdings nur, wenn er auch nach dem Stand der Technik verarbeitet wird. Dies bedeutet, Einhausung der Baustelle, ausreichende Trocknung des Untergrundes,  Abdichtung der zu laminierenden Fläche gegen das Erdreich, Temperierung der Raumluft  während der Verarbeitung und der gesamten Bauzeit um Betauung zu unterbinden. Es muss unter allen Umständen sichergestellt werden, dass die Feuchte der Luft nicht kondensiert und in die Glasfasern einzieht. Dies würde die GFK Abdichtung unbrauchbar machen.

Koi suchen alle ihnen zugänglichen Teichoberflächen mit dem Maul nach Nahrung ab. Deshalb ist bei allen Auskleidungen darauf zu achten, dass keine scharfkantigen Stellen und Grate an den Oberflächen und Nähten entstehen. Diese führen unweigerlich zu Verletzungen der Koi.

Füllwasser / Teichwasser

Wasser ist ein Lösemittel. Deshalb und weil die Fische sich in einem intensiven Austausch mit dem Teichwasser befinden, ist es erforderlich, ein kontrolliertes Wasser als Füllwasser zu verwenden. Aus diesem Grund ist Regenwasser nicht geeignet als Teichwasser verwendet zu werden. Nach meiner Erfahrung der letzten Jahre ist die sicherste Alternative nach wie vor Trinkwasser. Um jedoch sicherzustellen, dass das zur Nutzung ausgewählte Wasser keine Probleme bereitet ist es gute fachliche Praxis, eine Wasseranalyse durchzuführen. Die hierzu überprüfenden Wasserparameter sind: Ammonium, Nitrit, Nitrat, Phosphat, Calcium, Magnesium, pH, Leitfähigkeit, Orthophosphat, Eisen, Chrom, Nickel, Vanadium, Aluminium, Cobalt, Kupfer, Molybdän und Pestizidrückstände.

Die durch Verdunstung entstehenden Wasserverluste sollten über eine automatische Nachspeisung ausgeglichen werden. Ebenfalls ist ein 10 – 30% Wasserwechsel pro Woche (je nach Wasserbelastung und Fischbesatz) zur Gesunderhaltung der Koi notwendig.

Belüftung des Koiteiches

Der Sauerstoffbedarf eines Koiteiches hängt von der Jahreszeit, der Wassertemperatur, der Filtertechnik, der Futtermenge und dem Fischbesatz ab. Zu diesem Zweck werden Teich und Filter mit sogenannten Belüftern ausgerüstet und belüftet. Es handelt sich um Kompressoren die die Außenluft ansaugen und über Rohrleitungen und Ausströmer in den Teich und Filterbehälter drücken. Die Ausströmer sitzen idealerweise auf den Domdeckeln der Bodenabläufe. Die Dimensionierung der Belüfterleistung richtet sich nach den vorher genannten Faktoren. Es ist gute fachliche Praxis einen Koiteich mit entsprechenden Belüftern auszuführen.

Bei der Belüftung ist sicherzustellen, dass eine Gesamtgasübersättigung auszuschließen ist.

Die Belüftung mittels Sauerstoffkonzentratoren hat sich auf Grund der Anfälligkeit der Geräte gegen Luftfeuchtigkeit nicht bewährt.

Neben der Anreicherung des Teichwassers mit Sauerstoff dient eine Belüftung auch dem Gasaustausch d.h. durch die starke Wasserbewegung werden Gase, die beim Abatmen der Fische entstehen aus dem Teich ausgetragen.

Beschattung des Teiches

Koi besitzen keinen Schutz gegen das UV-Licht in der Sonne. In der Natur benötigt der Karpfen (Koi sind genetisch Karpfen) keinen Schutz, da er fast ausschließlich in trübem Wasser vorkommt. Der Sammler hochwertiger Koi möchte seine Fische jedoch jeden Tag sehen. Aus diesem Grund sind Koiteiche klar. Man kann bis auf den Grund sehen. Dies bedeutet aber, dass die Fische vor der direkten Sonneneinstrahlung durch geeignete Maßnahmen geschützt werden müssen. Erfolgt dies nicht, führt es zu irreversiblen Hautschäden.

Sicherheit und Redundanz

Um die Sicherheit einer Koiteichanlage zu erhöhen, ist es besser, alle elektrischen Aggregate kleiner aber dafür doppelt auszulegen. So zum Beispiel zwei kleinere Umwälzpumpen als eine große einzusetzen, zwei kleine Belüfter statt einem großen usw.

Die Stromversorgung sollte an einer separaten Einspeisung und unabhängig vom Hausstrom angeschlossen werden. Jedes Gerät sollte eine eigene Sicherung und einen eigenen FI-Schalter haben. Zusätzlich muss die Stromversorgung überwacht werden. Je nach Jahreszeit und der Teichsituation kann es sonst durch einen unbemerkten Stromausfall zum Verlust der Koi kommen.

Wartung und Pflege des Koiteiches

Es gibt keinen Wartungsfreien Koiteich. Koi sind lebende Wesen und haben als solche den Anspruch, dass gewisse Parameter im Koiteichsystem immer im richtigen Bereich sind.

Ein Koiteich ist ein künstliches System und zusätzlich ist es, im Gegensatz zu einem Aquarium, ein offenes System, welches durch äußere Einflüsse (Wetterlage, Sonnenschein, Regen, Jahreszeiten) und innere Einflüsse (Futtermenge, Haltungsintensität, Wassertemperatur, Filterfunktionalität, Umwälzrate) teilweise kurzfristig und intensiv beeinflusst wird. Deshalb müssen auch je nach Jahreszeit regelmäßige Kontrollen erfolgen um die Funktionalität des Systems sicherzustellen.

Zu diesen Kontrollen gehört auch und vor allem die Überwachung der Wasserqualität. 

Jedes technische Gerät hat nur eine begrenzte Lebensdauer. Wir alle kennen das von unseren Autos, die regelmäßig in die Inspektion gebracht werden. Dort wird kontrolliert ob alles in Ordnung ist und Verschleißteile werden ausgetauscht. Deshalb gehört die regelmäßige Kontrolle aller technischen Geräte und der geplante Austausch von überlebensnotwendigen Bauteilen, wie Pumpen und Belüftern, zum üblichen  Vorgehen  bei Koiteichen. Ein unkontrollierter Ausfall kann einen erheblichen Schaden durch Fischverlust zur Folge haben.

Neben dem Verschleißbedingten Ausfall gibt es auch den, das ein Bauteil einfach kaputt geht. Aus diesem Grund darf man einen Koiteich immer nur solange unbeaufsichtigt lassen, wie es der Ausfall des Bauteils, ohne einen Fischschaden, erlaubt.

So kann der Sauerstoffgehalt in einem Koiteich im Sommer binnen weniger Stunden auf einen kritisch tiefen Wert fallen, wenn die Belüftung ausfällt.

Je nach Filtersystem, Fischbesatz und Teichgröße ist ihr System zu bewerten. Das heißt, sie müssen sich die Frage stellen, was passiert wenn die Anlage im Hochsommer ausfällt (das ist die kritischste Zeit). Wie lange können dann die Fische überleben? Nachfolgende müssen sie geeignete Maßnahmen ergreifen, dass diese Situation nie eintrifft. Dies beginnt damit, dass sie erfahren, wenn ihre Anlage ausfällt. Dann müssen sie überlegen wie sie das Überleben ihrer Fische sicherstellen. Eine Maßnahme könnte sein, Frischwasser zulaufen zu lassen (funktioniert auch bei Stromausfall). Eine weitere Maßnahme könnte der Einsatz eines Notstromaggregates sein, um zumindest die Belüftung, besser noch die Umwälzung sicherzustellen.

Algen und Biofilme

Algen (Schwebe- und Fadenalgen) sind ein normaler Bestandteil der Biozönose eines Koiteiches. Wie stark Algen in einem Teich auftreten ist von System zu System unterschiedlich. Das akzeptable Maß an Algen muss deshalb vorab zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer definiert werden.

Biofilme siedeln sich auf allen Oberflächen an. Sie bestehen aus Algen, Bakterien und anderen Mikroorganismen und sind ebenfalls ein natürlicher Bestandteil von Koiteichen. Biofilme sind rutschig, insofern sind für Treppen und Leitern in Koiteichen entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, diese Rutschgefahr zu unterbinden.

Beim Bau von Koiteichen wird oft der Begriff der Klarwassergarantie bemüht. Dieser Begriff ist nicht eindeutig definiert und wird von den Beteiligten in der Regel ebenfalls unterschiedlich interpretiert. Ein Koiteich ist ein lebendes System, in welchem ein glasklares Wasser, wie es für Trinkwasser aus einer Wasserleitung üblich ist, nicht zu erzielen und auch nicht gewünscht ist. Auch hier muss zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer vor dem Baubeginn eine Definition über die gewünschte Wasserqualität erfolgen.

Pflege der Koi

Die Anlagentechnik ist ein Baustein erfolgreicher Koihaltung. Der zweite und wesentliche Baustein einer erfolgreichen Koihaltung ist jedoch der Mensch, der sich um die Teichanlage und die Fische kümmert. Fische haben den Nachteil, dass sie sich nicht direkt dem Teichbesitzer mitteilen können. Er kann nur indirekt über deren Verhaltensänderung erfahren, wie es seinen Fischen geht und ob es ihnen gut geht. Deshalb nutzt die beste Technik auch nichts, wenn niemand täglich nach den Fischen schaut. Dieser Mensch muss dazu noch in der Lage sein, die Verhaltensänderungen der Koi richtig zu deuten, erst dann ist es möglich diese auf Dauer gesund zu halten.

Zugänglichkeit

Es ist gute fachliche Praxis einen Koiteich mit seinen Aggregaten so zu bauen, dass alle Bauteile einfach und schnell zugänglich sind um sie zu kontrollieren, zu warten und im Defektfall schnell austauschen zu können.

Nutzung des Koiteiches als Schwimmteich

Wird ein Koiteich auch als Schwimmteich genutzt, so müssen die VDE DIN 0100-702 und die DIN 0100-737 bei der Installation der elektrischen Verbraucher berücksichtigt werden.

Gleichfalls ist eine ausreichend gute mikrobiologische Wasserqualität sicherzustellen um gesundheitliche Schäden zu vermeiden.

Der Koiteich muss über entsprechende Einstiegs- und Ausstiegsmöglichkeiten verfügen, damit die Nutzung gefahrlos möglich ist.

Schlussbemerkung

Es gibt nicht die eine Art und Weise einen Koiteich zu bauen. Vielmehr ergibt sich aus den Vorstellungen, Wünschen und dem Kenntnisstand des Koihalters eine individuelle Situation, aus der die für ihn optimale Koiteichanlage resultiert. Die Eckpunkte hierfür sind Wartungsaufwand, Anschaffungskosten und Betriebskosten.

Das vorgenannte bezieht sich ganz allgemein auf Teichanlagen zur Haltung von Koi. Zwar sind alle Koi Karpfen mit grundsätzlich gleichen Bedürfnissen, aber Eurokoi sind längst nicht so empfindlich

Wesseling, den 24.10.2015

Der Sachverständige

Dipl.-Ing. Robert Jungnischke     

Regelwerk und Norm für den Bau von Koiteichen 2015