Eurotier November 2014

Für alle die sich für aktuelle Themen rund um die Aquakultur interessieren und informieren wollen, ist ein Besuch ein Muß

Weitere Informationen zur Eurotier 2014 

 

Herbststimmung am Koiteich

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Welche Pumpe ist die richtige?

Welche Pumpe ist die Richtige?

Über kaum ein Thema wird am Koiteich so viel diskutiert wie über die Auswahl der richtigen Pumpe.
Da Pumpen am Koiteich in der Regel 365 Tage im Jahr betrieben werden, kommt dem Stromverbrauch eine große Bedeutung zu.

Neben dem Stromverbrauch kommt es in aller erster Linie auf die Zuverlässigkeit an. Was das angeht, so fehlen wir verlässliche Informationen über die unten aufgelisteten Pumpen. Deshalb verzichte ich hier auch auf ausdrücklich auf eine Empfehlung! Möge jeder für sich selber entscheiden, welchen Pumpentyp er wählt.

Ob die Pumpe regelbar sein sollte, meiner Meinung nach nicht. Eine Regelelektronik ist wieder ein zusätzliches Bauteil welches kaputt gehen kann. Hierbei ist auch zu bedenken, wo Koiteichpumpen in der Regel aufgestellt werden. Dort ist es feucht und meist im Sommer auch heiß, beides Dinge die eine Elektronik nicht mag.

Gleichfalls habe ich keine genauen Angaben über den tatsächlichen Verbrauch der Flow Friend bei einem Volumenstrom von 50 m³ und der JKP Rohrpumpe. Hier habe ich die Werte aus den Internetseiten genommen. Die Förderhöhe habe ich bei allen Pumpen mit 1 m angenommen, auch hieraus ergeben sich einige Ungenauigkeiten. Ich möchte hier auch nur einen Trend aufzeigen.

Ich habe diese Tabelle erstellt um einmal aufzuzeigen, dass bei der Auswahl von Pumpen immer auch die Anschaffungskosten und die mögliche Laufzeit (Haltbarkeit) der Pumpe mit betrachtet werden muss. Was nutzt die sparsamste Pumpe, wenn sie so viel Kostet dass sie mehrere Jahre halten muss?

Die Tabelle findet ihr auf FACEBOOK unter Koi-Consult

Ich selbst gehe bei meinem Teich von einer Pumpenlebensdauer von 2 Jahren aus!

Robert Jungnischke

Umweltbedingungen für Koi

Umwelt

Quelle: Fisch vom Hof, DLG Verlag Seite 39

Ich finde dieses Foto veranschaulicht auf eine gute Weise wie sehr die vielen Einflussfaktoren in der Umwelt der Fische miteinander verflochten sind.
Leider denken die meisten Fischhalter immer in wenigen Dimensionen und machen sich nicht klar, dass das gar nichts bringt. Koi schwimmen in Wasser und Wasser ist ein Lösemittel. Um bei der Fischhaltung erfolgreich zu sein – und da ist egal ob Speisefisch in der Aquakultur oder Zierfisch im Gartenteich – muss man auf diese Zusammenhänge sehr achten.
Deshalb bringen Maßnahmen an einer Stelle meist auch nicht den gewünschten Effekt wenn zu viele andere außer Acht gelassen werden. Oft ist es sogar so, dass eine vermeintliche Verbesserung so viele Nachteile an anderer Stelle zur Folge hat, dass aus dem Vorteil eher ein Nachteil für die Fische wird.
Und gesunde Fische sind nur dann auf Dauer möglich, wenn sie möglichst viele dieser Faktoren beachten.

Robert Jungnischke

Technik Tipp Trommelfilter

Technik Tipp Trommelfilter

Gott sei Dank haben sich Trommelfilter zwischenzeitlich in der Koiteichlandschaft etabliert. Jedenfalls gibt es mitlerweile mehr als eine Handvoll Anbieter von solchen Systemen zur mechanischen Reinigung von Teichwasser. Wie an anderer Stelle schon erwähnt, ist der große Vorteil dieser Filter, dass sie Schwebeschmutz aus dem Teich holen, befor sich dieser zersetzt und damit zu einer zusätzlichen Wasserbelastung führt.

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Trommelfilter sind nahezu Wartungsfrei. Es reicht wöchentlich die Düsen zu kontrollieren. Das geschieht indem man sich das Sprühbild ansieht, sieht dies überall gleich aus, so sind die Düsen in Ordnung. Hat eine ein verändertes Sprühbild, so ist vermutlich Dreck in der Düse. Bei meinem Trommelfilter sind die Düsen mittels eines Bajonettverschlusses zu lösen und können dann mit einer Nadel gereinigt werden. Ob die Düse noch in Ordnung ist, sieht man auch gut am Siebgewebe. Ist die Düse zu, so entsteht an dieser Stelle ein dunkler Streifen.

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Grundsätzlich werden Trommelfilter mit einer Niveausteuerung ausgeliefert, d.h. in Abhängigkeit von der Verschmutzung des Siebes entsteht ein unterschiedlicher Wasserstand auf beiden Seiten des Siebes. Ab einem gewissen Niveauuntershieht wird dann der Spülprozess eingeleitet.

Einige Trommelfilter verfügen auch über eine Zeitsteuerung. Ich ziehe diese vor, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass sie weniger Fehleranfällig ist.

Der Wasserverbrauch von Trommelfiltern ist grundsäztlich keine Problem, da er immer geringer ist, als das was ich sowieso in einem Koiteich an Wasser wechseln muss.

Robert Jungnischke

Tagung der EAFP in Starnberg Oktober 2014

Fischgesundheit und Fischerei im Wandel der Zeit
XV. Gemeinschaftstagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizer Sektion der EAFP.
Starnberg 8.-10. Oktober 2014
Die Veranstaltung findet statt im Hotel 4 Jahreszeiten in Starnberg, eine Anmeldung ist erforderlich.
www.laves.niedersachsen.de

AGS Arbeitsgemeinschaft Sachverständiger, Seminar von Koi-Consult

AGS- Fachseminar 2014 – Teichbau
Abdichtung und Bau von Teichanlagen
27. und 28. Oktober 2014 in Künzell

www.ag-sachverstaendige.de

Die Arbeitsgemeinschaft für Sachverständige e.V. veransstaltet in Künzell ein zweitägiges Seminar für ö.b.u.v. Sachverständige aus dem Bereich Garten- und Landschaftsbau, Sportplatzbau und Schwimmteichbau zum Thema Teichbau.

Ich werde dort am zweiten Tag einen dreistündigen Vortrag zu dem Thema Koihaltung und Koiteichbau halten.

Solche Veranstaltungen sind für uns Sachverständige eine gute Möglichkeit sich über neue Methoden in unserem Sachgbiet zu informieren, der Erfahrungsaustausch mit Kollegen hilft, auch bei eigenen kniffeligen Fällen ein besseres Gutachten zu erstellen. Im Zweifel ruft man mal einen Kollegen an, ob er so einen Fall schon mal hatte.
Robert Jungnischke

klares Wasser / sauberes Wasser

Sauberes Wasser

Was ist sauberes und was ist klares Wasser. Jeder den man fragt versteht unter diesen beiden Begriffen etwas anderes. Und würde man die Fische fragen, so kämen noch einmal andere Bedeutungen zum Tragen.

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Deshalb möchte ich diese Begriffe aus zwei Blickwinkeln betrachten. Blickwinkel eins der Teichbesitzer:

  1. Für den ist sauberes Wasser eines, indem man Koi auf Dauer halten kann. D.h. eine Teichanlage in der der Filter in der Lage ist, auf Dauer eine ausreichende Wasserqualität herzustellen und zu erhalten.
  2. Klares Wasser ist in dieser Situation jedoch ein uneindeutiger Begriff, da er nicht näher definiert ist. Wie auf meinem Foto zu sehen, ist das ein klares Wasser. Ich kann die Fische gut sehen und den Boden auch. Dennoch hat das Wasser einen gelbstich und Schwebepartikel sind jederzeit sichtbar. Ist das also klares Wasser? (In mindestens 50% aller meiner Fälle haben Teichbauer und Teichbesitzer unterschiedliche Vorstellungen von klarem Wasser!!!)

Blickwinkel zwei unsere Koi:

  1. Fakt ist, wir wollen die Koi sehen, die brauchen uns nicht zu sehen! In der Natur kommt der Karpfen fast ausschließlich in trüben stehenden Gewässern vor. Diese Gewässer sind schon deshalb trüb, weil Karpfen ihre Zeit damit zubringen, nach Nahrung zu gründeln und dabei den Seegrund umwühlen. Die dabei aufgewirbelten Schmutzpartikel machen den See trübe. Also ist ein trübes Wasser ihre natürliche Umgebung.
  2. Zweiter Aspekt. Auf Grund dieser Tatsache, dass Karpfen in trüben Gewässern vorkommen, haben sie keine Schutzmechanismen gegen das Sonnenlicht. Wenn wir Koi also in klarem Wasser halten, bedeutet das für die Fischschleimhaut eine andere Belastung, als in der Natur. Wissenschaftliche Untersuchungen haben belegt, dass antimykotische, antiparasitäre und antibakterielle Stoffe in der Fischschleimhaut abnehmen, wenn diese dem UV-Licht der Sonne ausgesetzt wurde. Das bedeutet, umso klarer ein Teich und umso mehr die Fische dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, umso schlechter steht es um ihre Schleimhaut!

Für mich bedeutet dies, ein zu klares Wasser ist eher hinderlich als förderlich und muss schon alleine für das Fischwohl nicht angestrebt werden. Ein sauberes Wasser im Sinne von biologisch sauber, muss jedoch zu jeder Zeit gewährleistet sein.

Robert Jungnischke

Koi richtig füttern

Da das Thema Futter scheinbar die Koihaltergemüter berührt und da das Thema sehr komplex ist, möchte ich hier die Gelegenheit nutzen, genauer auf das Füttern einzugehen.

Futterbedarf

Wie ich bereits geschrieben habe, benötigen Koi ca. 1% pro kg Körpergewicht und 24 h an Futter als Erhaltungsbedarf und bis zu 2% / kg Körpergewicht / a um zu wachsen und sich entsprechend ihren Möglichkeiten zu entwickeln.

Dabei hängt der Futterbedarf und die Futterverwertung von vielen Faktoren ab. Zentrale Bedeutung kommt der Wassertemperatur zu. Der Koi als wechselwarmes Lebewesen hat immer die Körpertemperatur des ihn umgebenden Wassers. Damit laufen alle Stoffwechselprozesse unterschiedlich schnell ab. Erhöht man z.B. die Wassertemperatur von 10°C auf 25°C dann verringert sich die Verdauungszeit um die Hälfte.

Gleichfalls braucht ein Koi auf Grund der höheren Wassertemperatur auch mehr Futter als bei kaltem Wasser. Dafür kann der Koi die Futtermenge bei warmen Wasser auch komplett in Wachstum umsetzen. Letztlich kenne ich keinen Koihalter der nicht möchte, dass seine Koi wachsen.

Neben der Wassertemperatur hängt der Futterkonsum natürlich auch von den anderen Wasserwerten ab, das hier gesagte setzt voraus, dass die alle im grünen Bereich sind. Sollten die Wasserwerte Grenzwertig sein, so kann meiner Ansicht nach die Lösung nicht darin bestehen, am Futter zu sparen – dies kann und sollte immer nur eine Übergangslösung sein – nicht aber die Regel.

Koichteichbau Umweltparameter

Hier gilt es, heraus zu finden, warum die Wasserwerte nicht passen und Abhilfe zu schaffen. Bei Fragen einfach bei mir melden, es gibt immer eine Lösung.

Natürlich sollten sie auch ein gutes Koifutter verwenden. Hier gilt die Devise Versuch macht Kluch (Klug). Ein Anhaltspunkt sind die Futterkosten, ein gutes Futter darf 10 € pro kg kosten, dann ist Gewährleistet, dass der Hersteller gute Zutaten verwenden kann. Ist das Futter viel billiger, besteht zumindest die Gefahr, dass hier bei der Qualität gespart wird.

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Ausgehend von einem hochwertigen Koifutter (bitte kein Karpfenfutter verwenden) kommt es nun auf das Wie an, um für die Koi das Beste daraus zu machen.

Wenn ich an Koiteiche komme sehe ich fast immer fette Koi und dünne Koi. Das ist so, weil die Teichbesitzer falsch füttern. In diesen Fällen wird üblicherweise 3 bis 4 Mal pro Tag gefüttert und immer so viel wie in ein paar Minuten weg ist. Das führt dazu, dass stürmische Koi sich schnell alles einverleiben und schüchterne Koi nix oder nicht genug abbekommen. Ein weiterer Nachteil der sich aus dieser Art der Fütterung ergibt ist die stoßweise Wasserbelastung.

Wenn man es besser machen möchte, sollte man sich einfach an der Natur orientieren. In der Natur frisst der Karpfen während der vollen 24 h. Er sucht sich durch Gründeln seine Nahrung und wenn er genug hat, dann macht er Pause. Sobald er wieder Hunger hat, sucht er wieder.

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Diesem Verhalten kann man auf einfache Weise entgegen kommen. Man nimmt einen Futterautomaten und füttert alle zwei Stunden eine gleichbleibende Menge. Mit den heute verfügbaren Futterautomaten kann man sogar die Futtermenge einstellen, die in 24 h gefüttert werden soll. Ich mache es so, dass ich grob das Fischgewicht im Teich ermittele. Dann stelle ich meinen Futterautomaten so ein, dass er ab 16 Uhr alle zwei Stunden die entsprechende Menge Futter in den Teich fallen lässt. Dies geschieht bis 10 Uhr am Vormittag. Zwischen 10 und 16 Uhr füttere ich nicht, damit die Fische nicht an die Oberfläche kommen und Schaden durch das Sonnenlicht nehmen.

Ein weiterer wichtiger Parameter ist der, dass die Futtermenge so lange verfügbar sein muss, bis auch der letzte Koi mitbekommen hat, dass es Futter gibt. Nach meiner Erfahrung sind das 30 Minuten.

Ich füttere während des ganzen Jahres mit einem teilsinkenden Koifutter in einer 3 mm Körnung, weil das Futter vom Boden aufzunehmen dem Koi mehr entgegen kommt. Die kleine Körnung hat eine bessere Verdauung zur Folge.

Wer auf das selber füttern nicht verzichten will, kann auch die Fütterungen über Tag selber machen und lässt nur Nachts über den Automaten füttern.

Der tolle Nebeneffekt dieser Methode besteht darin, dass ich eine gleichbleibende Wasserbelastung erzeuge und damit einen viel besseren Biofilter bekomme. Denn Filterbakterien brauchen auch Nahrung um sich zu entwickeln.

Ich füttere mit dieser Methode seit vielen Jahren und habe damit sehr gute Ergebnisse was das Wachstum und die Entwicklung der Koi angeht.

Ich denke jeder kennt den Spruch „ du bist was du isst“, das Futter ist maßgeblich daran beteiligt, dass unsere Fische gesund sind und gesund bleiben. Wenn ich beim Füttern Fehler mache oder einige Fische zu wenig Futter bekommen, wie sollen diese Fische dann gesund bleiben?

Zusammenfassung: Koi benötigen bei optimaler Wassertemperatur von 23° – 25°C ca. 2% Futter in 24 h. Diese Menge kann aber nur verabreicht werden, wenn über 24 h verteilt gefüttert wird. Wenn sie das aber tun, erzielen sie eine optimale Futterverwertung (Wachstum und Gesundheit) bei einer gleichbleibenden Wasserbelastung.

Wenn sie über 24 h verteilt füttern dann würde ich mich statt an den 2% aber noch viel mehr an den 30 Minuten orientieren, der Zeit bis das letzte Krümelchen Futter von den Koi verputzt ist.

Ein Hinweis noch zum Skimmer. Natürlich muss der Skimmer während dieser Zeit in der das Futter auf der Wasseroberfläche schwimmt aus sein! Dazu gibt es mehrere Methoden, bei Interesse sprechen sie mich einfach an.

Robert Jungnischke

Bildquellen: Umweltbedingungen Quelle: Prof. Dr. habil. Kurt Schreckenbach, „Fisch vom Hof“ DLG Verlag, Seite 88.

Futtermenge: Bohl Zucht und Produktion von Süßwasserfischen Verlag Union Agrar

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